Großprojekt im Wienerwald – kritische Fragen an Klimaministerin Gewessler

Wirtschaft
IBIZA-U-AUSSCHUSS: GERSTL

Parlamentarische Anfrage zu Logistikzentrum und Abholmarkt von Transgourmet, Auswirkungen auf Lainzer Tiergarten

Eines der größten heimischen Logistikzentren soll nach den Plänen von Transgourmet an der Wiener Westeinfahrt entstehen. Grundstücksbesitzer sind zu gleichen Teilen die Stadt Wien und der staatliche Autobahnbetreiber Asfinag. Sie haben die 47.000 Quadratmeter große Fläche an den Gastro- und Hotelbelieferer Transgourmet verpachtet.

Die Asfinag gehört zum Klimaministerium, dessen grüne Chefin Leonore Gewessler bei Großprojekten bekanntlich auf der Bremse steht, siehe Lobautunnel. Die ÖVP konfrontiert die Ministerin nun mit einer Reihe kritischer Fragen zum Projekt im Wienerwald. Die Planungen der Asfinag hätten 2019, also noch vor Gewesslers Amtszeit, begonnen. Wolfgang Gerstl, ÖVP-Abgeordneter und Penzinger Parteichef, möchte wissen, ob die Ministerin „eine Evaluierung des Projektes wie bei anderen Infrastrukturprojekten“ eingeleitet habe.

Interessant auch die Frage nach möglichen anderen Plänen des Ministeriums oder der Asfinag zur Nutzung des Geländes. Bei der letzten Untersuchung des Standortes durch die MA 21 der Stadt Wien im Jahr 2014 hätten sich alternative Nutzungsmöglichkeiten wie ein Wohngebiet sowie Sport- oder Freizeitflächen ergeben.

APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

Parlamentarische Anfrage: Wolfgang Gerstl, ÖVP

Themen sind auch die Fragen, ob die Nutzung des Areals ausgeschrieben wurde, der Baurechtsvertrag von der internen Revision des Ministeriums bereits geprüft wurde und der Baurechtszins für Transgourmet den marktüblichen Konditionen entspricht. KURIER-Recherchen ergaben, dass nicht ausgeschrieben wurde, weil der Vorpächter einen unbefristeten Vertrag hatte und in die Verhandlungen einbezogen werden musste. Fragt sich allerdings, warum Stadt Wien und Asfinag überhaupt unbefristete Verträge abschlossen.

Lainzer Tiergarten

Tierfreunde wird außerdem interessieren, welche Auswirkungen Lichtverschmutzung und die permanenten Schallsignale der Lkws in der Ladezone durch den 24-Stunden-Betrieb auf den Lainzer Tiergarten hat.

  Millionenpleite einer Schienenfahrzeugbauerin

Transgourmet erklärt, im Vorfeld des aktuellen Widmungsverfahrens habe es bereits eine umfangreiche Umweltprüfung gegeben, deren Ergebnisse als Auflage in den Baurechtsvertrag eingeflossen seien. Das Projekt habe auch, anders als von Gerstl befürchtet, keine negativen Auswirkungen auf die Kaltluftschneise des Wientals. Ganz so sicher ist man offenbar nicht, derzeit wird gerade ein Gutachten dazu erstellt. Sollten Anpassungen erforderlich sein, „werden diese selbstverständlich umgesetzt“. Transgouremt-Geschäftsführer Manfred Hayböck betont außerdem, dass das künftige Verkehrsaufkommen wesentlich geringer sei als von Gerstl genannt.

andrea.hodoschek

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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