Gurkerl.at: „Wir möchten uns als Top-Arbeitgeber etablieren“

Wirtschaft

Der Online-Supermarkt Gurkerl will bis Ende des Jahres bis zu 250 neue Mitarbeiter einstellen. Ein gutes Arbeitgeber-Image soll dabei helfen.

Das Gebäude in der Erzherzog-Karl-Straße 17 in Wien selbst ist unscheinbar. Grau, funktional, viel Nutzfläche. Ein klassisches Fulfillmentcenter, zugeschnitten auf die Bedürfnisse eines Lieferdienstes wie „Gurkerl“. Hinter der Fassade aber ist man darum bemüht, eben nicht nur wie das Logistikzentrum eines Online-Supermarktes zu wirken. Die hellen Büros, die Zimmerpflanzen und Glaswände strahlen Agentur-Atmosphäre aus.

Auch die Arbeitskleidung, ein grüner Hoodie bedruckt mit einem Gurken-Logo, verstärkt den Eindruck: der Auftritt nach außen ist dem Unternehmen wichtig. Man wolle in der Logistikbranche anders wahrgenommen werden, erklärt Larissa Winter, verantwortlich für Personalthemen, bei Gurkerl „People and Culture“ genannt. „Unser Geschäftsmodell baut auf Nachhaltigkeit. Wir meinen damit nicht nur den Umweltgedanken, sondern beziehen es auf einen verantwortungsvollen und fairen Umgang mit Mitarbeitern.“

© Philipp Lipiarski / www.lipiarski.com

Larissa Winter,  People & Culture Director

Von elf auf rund 500 Mitarbeiter

In dem einen Jahr, seitdem der Online-Supermarkt in Österreich ist, hat er ein rasantes Wachstum hingelegt: Von elf auf rund 500 Mitarbeiter, von 7.500 auf 9.000 Produkte, von 200 auf 1.500 Bestellungen am Tag. Bis Jahresende sollen bis zu 250 neue Mitarbeiter dazukommen. Der Standort stößt bereits an seine Grenzen. „Neben der jetzigen Logistikhalle soll ab 2022 eine zweite stehen“, sagt Geschäftsführer Maurice Beurskens, während er durch die riesige Lagerhalle führt.

Es herrscht emsiger Betrieb. Jede Minute zählt. Hier funktioniert Gurkerl wie jeder andere Onlinehändler auch. Wer erfolgreich wachsen will, benötigt einen sauberen internen Ablauf: vom Wareneingang, über die Kommissionierung bis hin zur Auslieferung. „Ab dem Zeitpunkt der Bestellung haben Mitarbeiter 20 Minuten Zeit, das Einkaufsackerl zu füllen“, erklärt Beurskens. Es gilt ein Versprechen einzuhalten: Der Einkauf soll ab der Bestellung innerhalb von drei Stunden an die Haustür der Kunden geliefert werden.

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Philipp Lipiarski

Geschäftsführer Maurice Beurskens, im Rücken das Fulfillmentcenter

Der Konkurrenzkampf in der Logistikbranche, sowie im nachgelagerten Kleintransportwesen, ist groß. Das Onlinegeschäft floriert, Marktanteile wollen gesichert werden – und dazu braucht es Personal. Laut Wirtschaftskammer beschäftigen beide Branchen in Österreich über 100.000 Personen.

Hinzu kommen viele Scheinselbstständige, die vor allem in der Zustellung arbeiten, heißt es auf Nachfrage von der Gewerkschaft GPA. Der Druck auf die Beschäftigten ist groß, die Gehälter niedrig. Im Kleintransportwesen liegt die Bezahlung bei unter 1.700 Euro brutto, in der Spedition und Logistik steigt man bei knapp über 1.800 Euro brutto ein.

„Wir bezahlen über Kollektivvertrag“

Gurkerl will sich in einer Branche mit schwierigem Image als attraktiver Arbeitgeber positionieren. „Wir bezahlen über dem Kollektivvertrag. Je nach Job liegt unsere Überzahlung bei 15 bis 20 Prozent“, so Winter. Man biete unbefristete Arbeitsverträge, nur an Spitzentagen greife man auf 140 Externe aus der Arbeitskräfteüberlassung zurück.

„Uns ist der interne Zusammenhalt wichtig, es gibt eigene Budgets für Teamentwicklungsmaßnahmen.“ Geplant sei in Zukunft auch der Ausbau einer eigenen Akademie für interne Weiterbildungen, etwa, um Zusteller noch besser im Kundenservice Produktwissen und Verkaufstechnik zu schulen.

Eine von Schnelligkeit geprägte Firmenkultur, der hohe Arbeitsdruck – nicht jeder ist für solche Jobs gemacht. Winter versucht, die richtigen Kandidaten über das Abfragen von Wertvorstellungen im Einstellungsprozess herauszufiltern. „Wir möchten wissen, mit wem …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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