IHS erwartet Aufholeffekte und solides Wachstum

Wirtschaft

Die Wirtschaft überwindet den Corona-Schock und soll laut Institut für Höhere Studien heuer um 3,4 Prozent wachsen.

Die Wirtsschaft erholt sich weltweit von der Corona-Krise. Für Österreich erwartet das Institut für Höhere Studien (IHS) heuer ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,4 Prozent. Das ist etwas pessimistischer als die Prognose der Industriellenvereinigung, die von 3,5 bis 4 Prozent ausgeht. Nächstes Jahr soll das BIP laut IHS dann aber um 4,5 Prozent ansteigen.

Dieser relativ starke „Rebound-Effekt“ erklärt sich aus zwei Aspekten, erklärt IHS-Ökonom Helmut Hofer. Die Hilfsprogramme hätten die Haushaltseinkommen während der Corona-Krise relativ gut stabilisiert, die Konsumenten waren aber vorsichtiger und haben mehr Geld gespart. In den kommenden Monaten ist also mit Nachholeffekten beim privaten Konsum zu rechnen. Zweitens rechnet das IHS damit, dass die Wirtschaftsförderungen zu Vorzieh-Effekten bei den Investitionen von Unternehmen führen.

Im gesamten Prognosezeitraum bis 2025 erwartet das Institut eine Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts von durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Inklusive dem Einbruch um 6,3 Prozent im vergangenen Jahr betrug das jährliche Durchschnittswachstum in den letzten fünf Jahren lediglich 0,4 Prozent.

APA/ROLAND SCHLAGER

Österreich liegt damit in etwa im Durchschnitt des gesamten Euroraums. Schneller soll die Wirtschaft laut dem IHS in den USA wachsen. Bis 2025 wird mit durchschnittlich 3,25 Prozent gerechnet, weltweit um 3,75 Prozent. Das bedeutet, dass auch für die wichtigsten österreichischen Exportmärkte ein solides Wachstum erwartet wird. Da voraussichtlich aber auch die Importe anziehen werden, werde sich der Außenhandel laut dem IHS insgesamt neutral auswirken. Getrieben werde das Wirtschaftswachstum von der Dynamik im Inland.

  Opel-Chef Lohscheller wechselt zu vietnamesischem E-Auto-Spezialist

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung soll auch die Inflation auf knapp über 2 Prozent anziehen. Die aktuell stärkere Inflation von etwa 2,8 Prozent dürfte nur ein temporäres Phänomen sein. „Im Großen und Ganzen gehen wir von einer verhaltenen Preisentwicklung aus“, so Hofer.

Beschäftigung

Auch am Arbeitsmarkt zeichnet sich nach dem steilen Anstieg im vergangenen Jahr eine Entspannung ab, die Erholung ist hier aber langsamer. Das Vorkrisenniveau von 7,5 Prozent wird laut dem IHS auch mit den erhöhten Mitteln für eine aktive Arbeitsmarktpolitik erst 2025 wieder erreicht. Es bestehe zudem die Gefahr einer erhöhten „Mismatch-Arbeitslosigkeit“, die Arbeitnehmer also andere Qualifikationen haben, also die Arbeitgeber suchen.

Da die Pandemie bei vielen Jungen zu Problemen beim Berufseinstieg erschwert habe, gelte es dringend, „den potenziellen Humankapitalverlusten“ entgegenzuwirken. Ansonsten würden sich die negativen Effekte fortsetzen. Auch wären verstärkte Maßnahmen notwendig, um den in Österreich vergleichsweise starken Vererbungseffekten bei Bildung entgegenzuwirken.

Staatshaushalt

Für heuer rechnet das IHS noch mit einem „recht hohen Defizit“, dieses sollte mit der zunehmenden wirtschaftlichen Dynamik aber zurückgehen. Um wieder auf einen nachhaltigen Budgetpfad zurückzukommen brauche es also „kein großes Konsolidierungsprogramm“, so Hofer.

Es werde allerdings Änderungen in der Budgetstruktur brauchen, öffentliche Gelder also vermehrt so ausgegeben werden, dass sie zukünftiges Wachstum ermöglichen. Wichtig wären laut Hofer deswegen Investitionen in Ausbildung, Digitalisierung sowie Forschung und Entwicklung. Sparpotenziale sieht er hingegen im Föderalismus und dem Pensionsbereich.

EU-Aufbauplan

Dabei sollten auch die Mittel aus dem EU-Aufbauplan beitragen. Werde das von Österreich geplante Programm im vollen Umfang von 4,5 Milliarden umgesetzt – wovon 3,5 Milliarden aus dem EU-Topf kommen – ließen sich dadurch hohe …read more

  Was mit dem Hoffnungsträger Wasserstoff alles möglich ist

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.