Jeden Tag halbe Stunde länger arbeiten: IV präsentiert Reformideen

Wirtschaft

Länger arbeiten, weniger Steuern zahlen, Bürokratie abbauen: So will die Industrie den Standort Österreich attraktivieren

Während sich ein Gutteil des Landes in die Sommerferien verabschiedet, hat die Industriellenvereinigung (IV) am Dienstag in Mannschaftsstärke – in Form des gesamten Präsidiums – vor der prekären Lage der heimischen Wirtschaft gewarnt. Einmal mehr wurde auf aus IV-Sicht problematische Dauerbrenner abgezielt, bei denen sich etwas ändern müsse, um den Wohlstand in Österreich zu sichern. 

Es geht um „acht Maßnahmen der österreichischen Industrie zur Reparatur der Wettbewerbsfähigkeit und des Industriestandortes“, erläuterten der kürzlich für eine zweite Amtszeit wiedergewählte IV-Präsident Georg Knill (Knill Gruppe), sowie dessen Stellvertreterinnen Sabine Herlitschka (Infineon Austria), Patricia Neumann (Siemens) , Stellvertreter Peter Mitterbauer (Miba) und IV-Geschäftsführer Christoph Neumayer.

Adressiert wird mit den Forderungen die nächste Bundesregierung. Wie die ausschauen soll, ist der IV nach offiziellen Worten egal: „Die IV wünscht sich eine Regierung, die die Wirtschaft wieder in den Mittelpunkt stellt, den Standort nach vorne bringt, die unsere Empfehlungen aufgreift, angreift und umsetzt“, sagte Knill. Eine Regierung, die die Forderungen ernst nehme, werde unterstützt.

Steuerquote unter 40 Prozent

In den acht Punkten beziehungsweise Forderungen finden sich echte Evergreens – die bisher nicht recht in Umsetzung gelangten. Die einzelnen Problematiken würden inzwischen aber so groß geworden sein, dass man wirklich nicht mehr umhin komme, zu handeln, so Knill auf Nachfrage zur Hoffnung der IV, dass sich bei den Forderungen wirklich etwas tun werde. Etwa war eine der Ansagen der türkis-blauen Regierung unter Ex-ÖVP-Chef Sebastian Kurz, die Steuer- und Abgabenquote unter 40 Prozent zu drücken, was auch nun immer noch eine der wichtigsten IV-Forderungen ist. Bis 2030 müsse das gelingen, denn derzeit liege man bei 43,6 Prozent.

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Bisherige Schritte bei den Lohnnebenkosten sind den Managerinnen und Managern viel zu gering ausgefallen. Sie fordern eine „radikale Senkung“, denn: „Leistung muss sich wieder lohnen.“

Dringend müsse das Arbeitsvolumen erhöht werden, man habe die Debatte bewusst mit der Forderung nach einer 41-Stundenwoche angeheizt, gab Neumayer zu verstehen. Heute forderte er bei Lohnausgleich täglich eine halbe Stunde Mehrarbeit – eine Viertelstunde am Vormittag und eine am Nachmittag sei jedem zumutbar, so der IV-Generalsekretär. Denn der Arbeits- und Fachkräftemangel sei immens – und so könne dieser nicht nur etwas gelindert sondern bei Lohnausgleich auch das BIP-Wachstum verdoppelt werden.

Eine neue IV-Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben besage, dass ein Drittel der Firmen derzeit zehn oder mehr Stellen nicht besetzen können – und das im zweiten Jahr einer Industrierezession. De facto herrsche in Österreich eine 34-Stunden-Woche, so Neumayer, in den vergangenen 20 Jahren seien auch bei Vollbeschäftigung vier Stunden verloren worden. Obwohl die Bevölkerung wachse, steige die Gesamtarbeitszeit nicht. Es brauche Bonifikationen, um Menschen aus der Teilzeit in die Vollzeit zu bringen – die Unternehmen stünden dem nicht im Weg.

Aus dem Green Deal müsse ein „Real Deal“ werden, der die Dekarbonisierung sicherstelle – gleichzeitig aber genauso eine Deindustrialisierung verhindere. Der Staat müsse wieder mehr Eigenverantwortung fördern und fordern. „Schluss mit dem Vollkasko-Staat“, heißt es in einem Unterpunkt des Forderungskatalogs.

Eine Pensionsreform sei unausweichlich. Im Sinne der Exportnation Österreich müssten auch Freihandelsabkommen vorangetrieben und unterstützt werden – hierbei gehe es nicht …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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