Joboffensive gegen Langzeitarbeitslosigkeit in Wien

Wirtschaft

Der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds stellt 100 Millionen Euro zusätzlich zum AMS-Budget zur Verfügung

In Wien gibt es besonders viele Langzeitarbeitslose. Die Stadt Wien mit dem WAFF und das AMS Wien bekämpfen die Langzeitarbeitslosigkeit mit einer Joboffensive 50plus: Für sechs Monate werden bei Arbeitslosen über 50 Jahren bei einer Jobaufnahme die gesamten Lohnkosten und die Lohnnebenkosten übernommen.

Im Gasometer findet heute eine Jobmesse für 1.200 persönlich eingeladene Arbeitslose statt. Mit der bundesweiten Aktion Sprungbrett werden Langzeitarbeitslose gefördert.

Jeder zweite Arbeitslose in Wien ist langzeitbeschäftigungslos, das heißt er oder sie ist netto schon ein Jahr oder länger ohne Arbeitsplatz. Im August gab es in Wien 82.770 vorgemerkte Langzeitbeschäftigungslose, eine Steigerung zum Vorjahr um 11,4 Prozent. In ganz Österreich gab es rund doppelt so viele, nämlich 169.974, ein Plus zum Vorjahr um 10,2 Prozent.

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AMS-Wien-Geschäftsführerin Petra Draxl erläuterte bei einer Pressekonferenz anlässlich der Jobmesse die Gründe dafür: Viele Langzeitbeschäftigungslose hätten keine oder geringe Qualifikationen, und in Wien gebe es zwar viele Arbeitsplätze für Hochqualifizierte, aber wenige für Geringqualifizierte.

Auch der starke Zuzug nach Wien – aus den Bundesländern, aus Europa und darüber hinaus – spiele da eine Rolle. In den Bundesländern gebe es hingegen im Vergleich zum urbanen Raum mehr Jobs für Geringqualifizierte. Daher sei für den Arbeitsmarkt in Wien die Qualifizierung der Arbeitslosen besonders wichtig und werde gefördert.

Der Stadtrat für Wirtschaft und Arbeit, Peter Hanke (SPÖ), verwies auf die Förderung der Qualifizierung durch den WAFF, den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds. Dieser stellt 100 Mio. Euro zur Verfügung, dazu kommt das Budget des AMS Wien. Hanke appellierte an die Unternehmen, die angebotenen Förderungen zu nutzen und auch Langzeitbeschäftigungslosen bzw. Arbeitssuchenden über 50 Jahren eine Chance zu geben und sie einzustellen. „Wer heute 50 Jahre alt ist, hat noch fünfzehn gute Jahre vor sich“, sagte Hanke. Die Jobmesse könne heuer leider nicht im Rathaus stattfinden, weil die Volkshalle im Zusammenhang mit Corona genutzt werde.

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Mehr Arbeitsangebote statt mehr Druck

Die Vorsitzende vom Dachverband der Sozialen Unternehmen in Wien, arbeit plus, Swantje Meyer-Lange, sprach sich gegen weiteren Druck auf Arbeitslose aus. „Das letzte, was diese Menschen brauchen, ist noch mehr Druck.“ Stattdessen bräuchten sie Arbeitsangebote. Besonders Menschen mit geringer Qualifikation und Personen über 50 hätten große Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt. Jede zweite Frau gehe aus der Arbeitslosigkeit in die Pension. Sie sprach sich für öffentlich geförderte Arbeitsstellen bis zur Pension aus, damit die Älteren ihr Wissen noch nutzen und weitergeben könnten. Dem erteilte AMS-Wien-Geschäftsführerin Draxl allerdings eine Absage.

Bei der Jobmesse wurden heuer – coronabedingt – 1.200 Arbeitssuchende persönlich eingeladen. In einer Veranstaltungshalle im Gasometer präsentieren sich sozialökonomische Betriebe wie das DRZ (Demontage- und Recyclingzentrum), der Sozialmarkt SOMA, die Caritas und die Volkshilfe, der WAFF und eine Beratung für Migrantinnen und Migranten. Alle wollen die Arbeitslosen bei der Suche nach einem Job unterstützen, manche bieten selber Jobs an.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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