Kopf schließt 2. Lockdown aus: „Weil es nicht sein darf“

Wirtschaft
Checkpoint mit Karlheinz Kopf

Der Generalsekretär will das Insolvenzrecht anpassen, um eine Pleitewelle zu verhindern, und übt Kritik an den Grünen.

Nervt es Sie, dass Sie sich hier bei uns im Pods and Bowls als Gast in einem Lokal registrieren müssen?

Es ist noch ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell daran. Das Contact Tracing gehört einfach als Teil der Vorsichtsmaßnahmen und rascher Erkennung von Infizierten dazu. Ich hab mich daran gewöhnt.

Was sagt Ihr Vorarlberger Lieblingswirt dazu?

Ja, auch die haben sich daran gewöhnt. Am Anfang wurde es als zusätzliche bürokratische Belastung gesehen, es gibt ja genug davon. Aber viele haben jetzt schon umgestellt auf QR-Code.

Macht die Krise Menschen und Betriebe innovativer? Früher gab es ja wegen viel kleinerer Änderungen einen größeren Aufschrei, jetzt geht eine Software-Innovation innerhalb weniger Tage.

Viele Experten haben schon vor der Krise über die Digitalisierung nachgedacht und wie man sie für die wirtschaftliche Entwicklung nutzen kann. Aber Corona wird sicher ein Beschleuniger für die Digitalisierung sein. Auch wenn es nur um so kleine Maßnahmen geht, aber es wird auch im Großen sein.
 

Kurier / Gilbert Novy

Karl-Heinz Kopf im Interview mit Richard Grasl im KURIER-Stadtstudio „Pods & Bowls“

Die Wirtschaft hat große Sorgen, es gibt schon Massenkündigungen, Werkschließungen. War es klug von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck über einen zweiten Lockdown zu spekulieren?

So hat sie es nicht gesagt. Sie hat auf die Frage ob sie einen zweiten Lockdown ausschließen kann gesagt, dass sie keine Glaskugel habe und es nicht vorhersagen kann. Das ist überinterpretiert worden. Aber ja, wir müssen im Moment erkennen, dass es das Virus noch länger geben wird. Es wird nicht durch Medikamente oder eine Impfung verschwinden, so wie das Grippevirus auch nicht verschwunden ist. Ich glaube, der Lockdown im März war unumgänglich, aber in der Zwischenzeit haben wir über die Lokalisierung von Infektionsherden viel gelernt, über lokale Maßnahmen, sodass ein zweiter Lockdown nicht notwendig sein wird.

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Aber Wirtschaft ist ja auch viel Psychologie, und wenn da gerade eine Wirtschaftsministerin einen zweiten Lockdown anspricht, ist das nicht für viele Unternehmen ein Schlag ins Gesicht?

Sie hat ehrlich geantwortet, weil sie gesagt hat, dass sie es nicht ausschließen kann. Und wenn es dann doch notwendig werden würde, stände sie als Lügnerin da. Ist so, aber was uns Sorgen macht, ist die Tatsache, dass es große Unterschiede in der Bevölkerung gibt. Die einen sind fast überängstlich und nicht so wenige gehen sehr sorglos um, wodurch wieder Infektionsherde entstehen. Also jene aufzurütteln, die verantwortungslos mit der Situation umgehen, kann nicht schaden.

Was hilft der Wirtschaft außer Optimismus?

Wir hatten ja schon vor der Krise eine Abwärtsbewegung in der Wirtschaft mit nur noch geringen Wachstumsraten, wo sich schon gezeigt hat, dass es strukturelle Probleme gibt, zum Beispiel im Automotive-Sektor. Dann ist die Krise gekommen, was vieles von diesen Problemen zugedeckt hat. In der Krise hat man mit Hilfsprogrammen das Menschenmögliche getan, Liquiditätsstützen, Kurzarbeit, was das wichtigste Instrument war. Jetzt sind wir immer noch bei einzelnen Branchen in der Phase, wo es Hilfe braucht, aber für die anderen, wo es zum Teil schon wieder aufwärts geht oder wo es gar nicht abgerissen ist, da geht es …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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