KSV1870 erwartet heuer keine Insolvenzwelle

Wirtschaft

Kaum Veränderungen der Firmenratings durch KSV während Coronakrise. KSV-Chef: Weiterer Anstieg der Insolvenzen 2022 und 2023, aber kein „Insolvenz-Tsunami“.

Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) erwartet heuer aufgrund der Coronakrise keine Insolvenzwelle. Der Anstieg der Insolvenzen werde „im Herbst langsam beginnen“, sagte KSV1870-Chef Ricardo-Jose Vybiral am Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz. Die Verlängerung der Steuerstundungen und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Ende Juni sowie die Wirtschaftshilfen würden die Insolvenzlage dämpfen. Außerdem sei Ratenzahlung bei Steuerschulden möglich.

Auch 2022 und 2023 werde sich der Anstieg der Insolvenzen fortsetzen, erwartet der KSV-Chef. Er sieht aber keinen „Insolvenz-Tsunami“ auf die heimische Wirtschaft zukommen. Auf Wochenbasis liegen die aktuellen Unternehmensinsolvenzen derzeit um 60 Prozent unter dem 2019er-Schnitt. Durch die Coronakrise sieht Vybiral mittelfristig drei Effekte auf die Unternehmenswelt: Mehr Übernahmen und eine Zunahme bei Geschäftsschließungen sowie Insolvenzen.

Ratings nur leicht verändert

Der KSV überprüft unter anderem die Bonität von Unternehmen und erstellt Firmenratings. Die Kreditschützer haben die KSV1870-Ratings der beobachteten Unternehmen während der Coronakrise nur leicht verändert. Etwas mehr Unternehmen befinden sich nun in der 400er Klasse, die zuvor etwas besser bewertet waren. Im Ratingbereich 400-499 liegt das Risiko über dem Durchschnitt und ist etwas erhöht.

„Angesichts der Tatsache, dass wir uns in einer massiven Wirtschaftskrise befinden, scheint Österreichs Wirtschaft noch mit einem blauen Auge davonzukommen“, kommentierte der Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH, Gerhard Wagner, die Wirtschaftslage. In der coronabedingt angespannten Situation komme der heimischen Wirtschaft zugute, dass zwischen 2015 und 2019 die Zahl der Unternehmen mit positivem Eigenkapital gestiegen sei.

Befragung

Der KSV1870 präsentierte am Mittwoch Ergebnisse des „Austrian Business Check 2021“. Dafür haben die Kreditschützer mit dem Meinungsforscher Marketagent rund 1.200 Unternehmen im März zu aktuellen Wirtschaftsthemen rund um die Coronakrise befragt. KSV-Chef Vybiral zeigte sich über den mehrheitlich positiven Ausblick der Unternehmen erfreut. „Optimismus ist entscheidend und wertvoll, damit wir aus der Krise möglichst schnell rauskommen.“ 13 Prozent der befragten Unternehmen sind „sehr optimistisch“, 63 Prozent „eher optimistisch“, 21 Prozent „eher negativ“ und 3 Prozent „sehr negativ“.

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Die Coronakrise hat aber sehr viele Unternehmen hart getroffen, die große wirtschaftliche Erholung erwarten sie erst 2022. Aufgrund der Coronapandemie war der Umsatz bei 33 Prozent der befragten Firmen „stark rückläufig“, bei 24 Prozent „leicht rückläufig“, bei 20 Prozent „gleichbleibend“, bei 16 Prozent „etwas erhöht“ und bei 7 Prozent „stark erhöht“. Mehr als ein Drittel hat im Betrieb etwas geändert, unter anderem Geschäftsbereiche adaptiert, die Kundenkommunikation verändert, neue Vertriebskanäle aufgebaut, die Digitalisierung forciert und Produkte sowie Services individualisiert.

Finanzielle Lage angespannt

Die finanzielle Lage ist bei zahlreichen Unternehmen aber sehr angespannt. Für ein Viertel der Unternehmen sei es „5 vor 12“, so die Einschätzung der Kreditschützer. Vier Betriebe von fünf Unternehmen würden 2021 fix schaffen, bei 15 Prozent ist aber die Lage „unklar“ und bei 5 Prozent ist eine „Schließung möglich“.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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