Linzer Stadionbau im Abseits: Fliegen jetzt die Kosten davon?

Wirtschaft
OBERÖSTERREICH: PK FUSSBALL-BUNDESLIGIST LASK: GRUBER

Zwei-Mann-Firma sollte das Großprojekt managen. Die Auftragsvergabe beschäftigt das Gericht. Vorwurf der Freunderlwirtschaft.

Männer und Fußball, da lässt der Hausverstand oft aus. Wenn sich Vereinsfunktionäre auch noch zerstreiten, wird aus Kameradschaft meist erbitterte Feindschaft fürs Leben. Die Ereignisse rund um das neue Stadion des LASK sind mindestens so spannend wie die Matches der Bundesligisten. Bauen sich Vereine ein neues Zuhause, ist zudem hohe öffentliche Aufmerksamkeit garantiert.

Im Vorjahr wurde das Projekt vorgestellt, der Spatenstich hätte längst gefeiert werden sollen, ab Juli 2022 sollte in der nach dem Hauptsponsor benannten „Raiffeisen Arena“ gekickt werden. Das Land hat Förderungen von bis zu 30 Millionen Euro zugesagt. Doch ein Konflikt in der Vereinsführung eskalierte und beim mit ursprünglich 65 Millionen Euro veranschlagten klimaneutralen „Jahrhundertprojekt“ der Linzer drohen Kosten und Zeitplan davonzufliegen.

Im Februar schockte LASK-Vizepräsident Manfred Zauner mit einer Kostenschätzung von 117 Millionen Euro, der KURIER berichtete. Stimmt nicht, kalmierte Vereinspräsident Siegmund Gruber. Das Stadion werde wie geplant zwischen 60 bis 70 Millionen Euro kosten, dass für Restaurants, Bars, Kindergarten etc. noch Kosten dazukämen, müsste jedem klar sein. Frank wurde als der für den Stadionbau verantwortliche Geschäftsführer der LASK Marketing und der LASK Arena abberufen.

APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

LASK-Präsident Siegmund Gruber

Mit Zauner hatte der LASK den Fachmann praktischerweise gleich im eigenen Verein. Zauner ist Eigentümer einer größeren Anlagentechnik-Firma. In Schlüsselpositionen für den Stadionbau holte er langjährige Mitarbeiter seiner Zaunergroup. „Um sich den größtmöglichen Einfluss auf die Projektumsetzung zu sichern“, kritisiert Johannes Lehner, Anwalt der beiden LASK-Firmen.

Viel mehr freilich empört den LASK die Vergabe eines Werkvertrages an die Frankplan Baumanagement GmbH von Rudolf Frank, für die Zauner letztverantwortlich war und die nun vor Gericht gelandet ist. Der Vertrag wurde gekündigt und Frank klagt von den LASK-Gesellschaften knapp 483.000 Euro samt Zinsen ein.

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Baustelle LASK-Stadion

„Verwerfliche Haltung“

Er sei „zwischen die Fronten geraten“ und werde vom LASK der „gegnerischen Partei“ zugerechnet, heißt es in der Klage der Frankplan. Die behaupteten Fehlleistungen und die Schadenersatzansprüche seien „völlig aus der Luft gegriffen“.

Die Auftragsvergabe wirft allerdings etliche Fragen auf. Der Werkvertrag umfasst die Ausschreibung von 78 Gewerken, die örtliche Bauaufsicht sowie weitere Beratungsleistungen wie die Projektleitung und die Koordination der Fachplaner. Die Ausschreibungen betreffen laut Lehner Bereiche wie Abbruch, Dacheindeckung, Fassade, Ausbau Gewerke, Sportanlagen, Außenanlagen, Ausstattung und Einrichtung.

Anfänglich war Frank überhaupt Einzelunternehmer ohne Mitarbeiter. Erst im Oktober 2020 gründete er mit seinem Sohn Alexander die Frankplan Baumanagement. Eine GmbH, nur die Hälfte des Grundkapitals (17.500 Euro) einbezahlt, bestehend aus Vater und Sohn.

„Frank hätte nicht nur die Ausschreibung und die Vergabe von 78 Gewerken managen sollen, sondern für die Bauaufsicht täglich auf der Baustelle sein müssen. Es geht um einen Sportstättenbau über 65 Millionen Euro. Diese Firma hätte nie in die engere Auswahl kommen dürfen“, moniert Lehner. Frank habe weder die Qualifikation noch die Kapazitäten für ein derartiges Großprojekt, auch den Nachweis über die erforderliche Haftpflichtversicherung sei er bis dato schuldig geblieben.

Heftige Vorwürfe

Die Vorwürfe in der Klagsbeantwortung sind heftig. Wiederholt ist vom „kollusiven Zusammenwirken“ von Zauner und Frank zum Nachteil der LASK-Firmen die Rede. Es habe keine formellen Ausschreibungsunterlagen gegeben und keine Befähigungsnachweise, …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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