Monoxid-Vergiftung: Die Gefahr lauert in der Therme

Wirtschaft

Besonders in den Sommermonaten können Gasthermen zur Falle werden. Mobile Klimageräte oder überhitzte Kamine lassen unter bestimmten Umständen giftiges Kohlenmonoxid in die Wohnung strömen.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen unter der Dusche und plötzlich kommt nur mehr eiskaltes Wasser heraus. „Bei heißen Außentemperaturen ist das aber gar nicht so selten und ein wichtiger Schutzmechanismus“, weiß Robert Breitschopf, Innungsmeister der Wiener Installateure.

Grund ist, dass der thermische Auftrieb im Kamin nur funktioniert, wenn die Luft innen wärmer ist als außen. Durch starke Sonneneinstrahlung kann sich im Rauchfang ein „thermischer Stoppel“ bilden, der die Abgas-Abfuhr behindert.

Die Folge: Der Abgasaustrittswächter der Gastherme schaltet das Gerät ab, damit es zu keinem Austritt von Abgasen und zu einer daraus resultierenden Vergiftung durch Kohlenmonoxid (CO) kommen kann.

Giftiges Gas

Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas. Gelangt es über die Lunge in den Blutkreislauf, bindet es sich – vereinfacht gesagt – an die roten Blutkörperchen und verhindert den Sauerstofftransport im Körper. Zu den Symptomen einer leichten Kohlenmonoxidvergiftung zählen Kopfschmerzen, Schwindel und grippeähnliche Symptome.

Wenn derartige Symptome auftreten, sollte man sofort den gefährdeten Bereich verlassen und Rettung sowie Feuerwehr verständigen. 2021 verzeichnete alleine die Wiener Feuerwehr 141 Einsätze. Bei 65 Einsätzen gab es tatsächlich einen CO-Austritt, 25 Personen wurden dabei verletzt, drei Personen verstarben.

Fenster öffnen

Wenn sich das Gerät abschaltet, bleibt das Wasser kalt. Dieses Phänomen tritt allerdings nur bei alten Heizwertgeräten auf. Die modernen Gasbrennwertgeräte arbeiten raumluftunabhängig, die Abgase werden mittels eines Ventilators ins Freie abgeleitet. „Betroffene Mieter oder Eigentümer sollten sich in diesem Fall an die Hausverwaltung bzw. den Rauchfangkehrer wenden. Möglicherweise kann ein rotierender Rauchfangaufsatz den Auftrieb im Rauchfang wieder herstellen. Schafft diese Maßnahme keine Abhilfe, ist es ratsam, auf ein Brennwertgerät umzusteigen“, so Peter Hönig von den Wiener Rauchfangkehrern.

  Hohe Nachfrage nach wassersparenden Duschköpfen

Der Experte empfiehlt zudem: Beim Betrieb der Therme im Sommer – Duschen oder Geschirr abwaschen – unbedingt das nächstgelegene Fenster öffnen, um für ausreichend Frischluft zu sorgen, und die Betriebszeiten des Gasgerätes so kurz wie möglich halten.

Getty Images/iStockphoto/Axel Bueckert/iStockphoto

Mobile Klimageräte können zur Gefahr werden

Gefahr Klimagerät

Nachdem die Hitzetage mehr werden, steigt auch der Wunsch nach Abkühlung in den eigenen vier Wänden. Gerne greifen Konsumenten zu mobilen Klimageräten, weil sie rasch verfügbar sind. Aber Achtung: Auch sie können für eine CO-Vergiftung verantwortlich sein. Durch den gleichzeitigen Betrieb von mobilen Klimageräten und raumluft-abhängigen Gasthermen und Gasdurchlauferhitzern kann das Abgas zurück in die Wohnung gelangen und ist daher unbedingt zu unterlassen.

Bei solchen Gasgeräten müssen zur Kühlung andere Lösungen wie etwa ein Split-Klimagerät gefunden werden. Daher rät Peter Hönig, vor der Anschaffung eines mobilen Klimagerätes unbedingt den zuständigen Rauchfangkehrer zu kontaktieren.

CO-Melder warnt vor Gefahr

Vor einer CO-Vergiftung warnen kann die Montage eines CO-Melders in der Nähe der Gas-Therme. Dieser kann mit laufendem Pfeifton auf das giftige Gas aufmerksam machen. „Diese Empfehlung gilt nicht nur für Wohnungen, sondern auch für Einfamilienhäuser, wo die Therme meist im Keller steht, denn das Gas kann sich im ganzen Gebäude ausbreiten“, erklärt Robert Breitschopf.

Wiener Rauchfangkehrer

Der Rauchfangkehrer führt eine Abgasmessung durch

Regelmäßig checken lassen

Daher ist es wichtig, die Gas-Therme einmal im Jahr von einem konzessionierten Installateurbetrieb warten zu lassen. Dabei werden nicht nur …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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