Nach Razzia: Vorwürfe gegen Reinigungsfirma sind massiv

Wirtschaft

Die Subfirma-Firma T. soll für die Beschaffung von Bargeld für die Bezahlung der Schwarzlohnanteile und für illegale Zahlungsrückflüsse fungiert haben.

Der KURIER-Bericht über die Razzia der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft und der Steuerfahndung bei dem österreichischen Reinigungsunternehmen D. (4.800 Beschäftigte) und 16 Subunternehmen vor zwei Wochen hat viel Staub aufgewirbelt. Das Gebäudeservice-Unternehmen D. und ihre beiden Geschäftsführer sowie ein Niederlassungsleiter stehen im Verdacht, mit zahlreichen Subauftragnehmer-Firmen bzw. Scheinfirmen Abgaben in Millionenhöhe hinterzogen und groß angelegten Sozialbetrug begangen zu haben. Auch soll das Unternehmen D. Kurzarbeitsförderungen in Höhe von 2,3 Millionen Euro erschlichen haben.

Die zwei Geschäftsführer und der Niederlassungsleiter sollen jahrelang Aufträge an vier Subunternehmen vergeben haben. Diese übertrugen die Aufträge an weitere Firmen. Insgesamt gab es fünf Subunternehmer-Ebenen.

Vor allem die dritte bis fünfte Ebene soll Betrugs- und Scheinrechnungen ausgestellt haben. Die so lukrierten Gelder sollen großteils bar behoben worden sein. Abzüglich einer Provision von fünf bis zehn Prozent wurden die Gelder zur Bezahlung von Schwarzarbeitern und für Kick-back-Zahlungen an die oberen Ebenen gedient haben.

40 bis 50 Prozent Gewinn

Was auffällt ist, dass die unmittelbare Subfirma A. 2019 bei einem Umsatz von 2,02 Millionen Euro rund 1,09 Millionen Euro Gewinn geschrieben hat. „Gewinne zwischen 40 und 50 Prozent sind in der Reinigungsbranche auf legale Weise nicht möglich, weil eine Gewinnspanne von fünf Prozent üblich ist“, heißt es in einem Anlassbericht der Steuerfahndung.

Eine weitere unmittelbare Subfirma T. fungierte in den Jahren 2018 und 2019 „als Anmeldeplattform für unrichtig zur Sozialversicherung angemeldete Dienstnehmer“. Die Firma T. soll aber auch für die Beschaffung von Bargeld, für die Bezahlung der Schwarzlohnanteile und für illegale Zahlungsrückflüsse fungiert haben.

  Gasspeicher gefüllt, keine Entspannung

Der Geschäftsführer der Firma T. gab in seiner Einvernahme an, dass er im Zusammenhang mit Personalentscheidungen kein Mitspracherecht hatte. Sämtliche Personalentscheidungen seien von der „Vorarbeitern“ direkt bei den Auftraggebern vor Ort erfolgt. Einer der Vorarbeiter schickte ihm die relevanten Daten über die An- und Abmeldung von Personal über WhatsApp.

Endsumme vorgegeben

Außerdem sagte der Geschäftsführer aus, dass seine Aufgabe allein darin bestand, die Rechnungen an die Reinigungsfirma D. auszustellen. „Die verrechneten Leistungen basieren auf einer vorgeschriebenen Leistungsbeschreibung in einer Liste mit einer vorgegebenen Endsumme“, heißt es im Akt der Steuerfahndung. „Weiters war er für die anteilsmäßige Weiterleitung der Überweisungen an die weiteren Subfirmen zuständig.“ Brisantes Detail am Rande: Laut Vertrag zwischen der Reinigungsfirma D. und der Subfirma T. „dürfen aber Aufträge nicht an weitere Subfirmen vergeben werden“. „Trotzdem wurden alle Arbeiten an Subfirmen weitergegeben“, halten die Steuerfahnder fest. Es wurden insgesamt 12 Sub-Subunternehmen beschäftigt. Eine Subfirma M. erhielt in zwei Monaten zwölf Millionen Euro aufs Konto, davon wurden fast 8,7 Millionen Euro bar behoben.

Selbst geschädigt?

„Als langjähriger, erfahrener und seriöser Anbieter am Markt machen uns die im Raum stehenden, schwerwiegenden Vorwürfe sehr betroffen“, teilt die Reinigungsfirma D. dem KURIER mit. „Es ist uns sehr wichtig, dass diese so rasch wie möglich aufgeklärt werden können. Wir kooperieren daher vollumfänglich mit den zuständigen Behörden.“

Das Unternehmen unterliege strengen Compliance-Richtlinien. Weiter heißt es: „Wir sind überzeugt, dass sich die Vorwürfe gegen unser Unternehmen entkräften werden, im Gegenteil unser Unternehmen ist in der Causa möglicherweise sogar einer der …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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