Neues Sicherheitsdenken bei Investoren: Österreich profitiert

Wirtschaft

Umfrage der Unternehmensberatung Kearney: Ein Jahr Pandemie, Verunsicherung bei Führungskräften, Österreich legt im FDI-Index zu

Pandemie, Handelskonflikte, Datennationalismus – internationale Anleger zeigen sich verunsichert und rechnen mit einer langsamen Erholung der Investitionsströme.

Der FDI Vertrauensindex 2021 der globalen Unternehmensberatung Kearney, der auf einer Befragung von Führungskräften in weltweiten Top-Unternehmen im Jänner und Februar beruht, zeigt ein Jahr nach Pandemiebeginn die starke Verunsicherung. Viele Anleger gehen daher auf Nummer sicher, kehren China den Rücken (minus 4 Plätze) und setzen auf sichere (Investment)-Häfen wie die USA, Kanada und Deutschland. Vom neuen Sicherheitsdenken profitiert auch Österreich, das im Index auf Platz 19 sein Comeback feiert.

„Nur 57 Prozent geben sich optimistisch, was die globale Weltwirtschaft und die Investitionsaussichten in den nächsten drei Jahren betrifft. Vor und zu Beginn der Pandemie 2020 lag dieser Wert noch bei 72 Prozent“, so Dr. Martin Eisenhut, Partner und Managing Director Deutschland, Österreich, Schweiz von Kearney.

Fast alle Länder verzeichneten einen massiven Rückgang an Auslandsinvestitionen. Der Löwenanteil der getätigten Investitionen geht an die Industrieländer. An der Spitze liegen weiterhin die USA, Kanada und Deutschland. Weniger Kopfzerbrechen bereitet den Anlegern dagegen der Brexit. Großbritannien gewinnt wieder an Attraktivität (Platz 4 / +2).

Plätze gut machten auch das von der Pandemie besonders stark betroffene Italien (Platz 8 / + 1) und Spanien (Platz 9, + 2). Als eines der wenigen Länder verzeichnete Spanien sogar einen Anstieg der Mittelzuflüsse. „Zum einen bieten etablierte Märkte den Führungskräften mehr Sicherheit und Stabilität. Zum anderen bevorzugen Investoren Länder mit guter Infrastruktur, starker Governance, technologischer Innovationsfähigkeit sowie makroökonomischer Stabilität – alles natürliche Stärken der Industriestaaten“, ergänzt Eisenhut.

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Schwache Schwellenländer
Das erklärt auch das schlechte Abschneiden der Schwellenländer im Index, haben es doch nur China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Brasilien in das Ranking geschafft. In der Vergangenheit belegte China dabei immer Spitzenplätze. Die Angst vor einer Eskalation des Handelskonfliktes zwischen den USA und China, sowie ein allgemeines Umdenken bei der Gestaltung internationaler Lieferketten erklären den Abstieg Chinas um vier Plätze auf Rang 12. Außerdem befürchten Anleger in Schwellenländern auch eine ungleichmäßige Verteilung bei den Impfstoffen, was die Attraktivität sowohl aus logistischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen zusätzlich verringert.

Österreich ist wieder gefragt
Trotz eines herausfordernden Jahres, in dem sowohl die ausländischen Direktinvestitionen als auch das Wirtschaftswachstum zurückgingen, steigt Österreich nach einjähriger Pause wieder in den Index ein. „Bei Anlegern stand vor allem die chemische Industrie im Fokus – auch wenn der OMV-Borealis-Deal die ausländischen Direktinvestitionen im Jahr 2020 zuerst einmal gesenkt hat. Der Verkauf der Borealis-Beteiligung von Investor Mubadala an die OMV für 4,7 Mrd. USD führte zu einem Rückgang der Zuflüsse“, so Daniela Chikova, Partner Financial Services, und Robert Kromoser, Kearney Partner und Leiter des Wiener Büros.

Traditionell eine wichtige Säule der heimischen Wirtschaft ist der Automobilsektor, der rund neun Prozent der Bevölkerung beschäftigt. Zudem hat dieser einen hohen Anteil an der Exportquote des Landes. Allerdings wird die E-Mobilität die Transformation der Industrie weiter beschleunigen. COVID-bedingte Grenzkontrollen und ein Mangel an Microchips könnten die Geschäftsaussichten zusätzlich trüben.

 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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