Norwegian gibt Langstreckenflüge auf

Wirtschaft

Finanziell angeschlagene Airline zieht sich auf Kurzstreckennetz zurück. Fokus auf Europa.

Die finanziell schwer angeschlagene Fluggesellschaft Norwegian will künftig keine Langstreckenflüge mehr anbieten und stattdessen auf Kurzstrecken in Europa und vor allem Skandinavien setzen. Ziel des vereinfachten Geschäftsmodells sei es, günstige Preise auf vielen Inlandsrouten in Norwegen sowie im skandinavischen Raum und in Richtung wichtiger Reiseziele in Europa anzubieten, teilte die norwegische Fluglinie am Donnerstag mit.

„Unser Kurzstreckennetzwerk ist immer das Rückgrat von Norwegian gewesen und wird die Grundlage eines künftigen widerstandsfähigen Geschäftsmodells sein“, erklärte Konzernchef Jacob Schram. Dem Plan zufolge will Norwegian diese Strecken 2021 mit rund 50 Fliegern bedienen und diese Zahl 2022 auf rund 70 steigern.

Darüber hinaus zielt die Billig-Airline darauf ab, ihren massiven Schuldenstand auf 20 Mrd. norwegische Kronen (1,93 Mrd. Euro) zu verringern und frisches Kapital zwischen vier und fünf Mrd. Kronen einzusammeln. Mit der norwegischen Regierung stehe man jetzt wieder im Dialog zu einer möglichen staatlichen Beteiligung, hieß es – die Regierung in Oslo hatte im November erklärt, Norwegian über die bereits bewilligten drei Mrd. Kronen an garantierten Krediten hinaus keine weiteren direkten Finanzhilfen zu gewähren.

Fluglinie kämpft mit großen wirtschaftlichen Problemen

Die gesamte Flotte von Norwegians Boeing-Langstreckenfliegern vom Typ 787 Dreamliner steht im Zuge der Coronakrise seit März 2020 am Boden. Wie sich die Langstrecken-Nachfrage künftig entwickle, sei höchst unsicher, so Norwegian. Unter diesen Umständen sei ein Langstreckenbetrieb für Norwegian nicht umsetzbar, weshalb dieser Betrieb nicht fortgesetzt werde. Bisher hatte dieses Netz Ziele in den USA, Asien und Südamerika umfasst.

  AT&T schloss 2020 mit Milliardenverlust ab

Eine Abkehr von den Langstrecken ist letztlich Teil des Plans, Norwegian vor der Insolvenz zu retten. Die Fluglinie kämpft seit Monaten mit großen wirtschaftlichen Problemen: Im Zuge eines jahrelangen Expansionskurses seit der Gründung 1993 hat die Airline Schulden in Milliardenhöhe angehäuft und muss zudem mit den immensen Folgen der Coronakrise für die Luftfahrtbranche fertig werden. Derzeit sind nur noch sechs Norwegian-Flieger auf norwegischen Inlandsrouten in Betrieb. In Irland und im Heimatland Norwegen hat die Airline zuletzt Gläubigerschutz erhalten.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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