Österreichs Wirtschaft will mit indischen Fachkräften wachsen

Wirtschaft
Indien ­ Bevölkerung und Religion

Die Industrie will vermehrt in die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens exportieren. Der Staatsbesuch von Indiens Premier Modri soll dazu genutzt werden.

Indien ist eines der Zugpferde der Weltwirtschaft. Denn das Land mit mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern verzeichnete zuletzt (2023) ein Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent. Bereits jetzt ist Indien nach China und Japan die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens und die fünftgrößte der Welt. 

Die Handelsbeziehungen sind mit weniger als einem Prozent der österreichischen Ein- und Ausfuhren bisher nicht sehr ausgeprägt. Das könnte sich aber ändern, denn mit dem indischen Ministerpräsidenten kommt auch eine Wirtschaftsdelegation zu Besuch.

„Indien ist ein komplexer Markt, der aber gewaltiges Potenzial für unsere Exportwirtschaft birgt“, sagte Wolfgang Hesoun, Vizepräsident der Wirtschaftskammer (WKO) im Vorfeld des Besuchs. 

Interessant ist Indien aus österreichischer Sicht aber nicht nur als Exportmarkt, sondern auch als Herkunftsland von Fachkräften. Denn die Bevölkerung ist nicht nur groß, sondern auch vergleichsweise jung. Knapp 850 indische Staatsangehörige arbeiten mit Stand Dezember 2023 mit der sogenannten „Rot-Weiß-Rot-Karte“ in Österreich. Das ist der nach Daten des Österreichischen Integrationsfonds der zweithöchste Wert hinter Bosnien-Herzegowina (mehr als 1.900 Beschäftigte).

Maschinen aus Österreich

Die wichtigsten Handelsgüter zwischen Indien und Österreich sind Maschinen und mechanische Geräte. Etwa ein Drittel der österreichischen Exporte nach Indien entfiel darauf, gefolgt von fotografischen Apparaten und Prüfinstrumenten, Schienenfahrzeugen und Gleismaterial sowie Kunststoffgütern.

APA / apa

„Indien ist grundsätzlich der zweitwichtigste Markt im Bereich Automotive in Asien nach China“, sagt etwa Igor Sekardi, Bereichsleiter für internationale Beziehungen und Märkte in der Industriellenvereinigung (IV). Für österreichische Zulieferer könnten das eine Chance sein. Auch in den Bereichen grüne Technologien und erneuerbare Energien sowie im Industrie- und Anlagenbau sieht die heimische Wirtschaft Potenziale.

  Trotz Rekordgewinn keine Dividende von Do&Co

Kurier / Jeff Mangione

Wolfgang Hesoun, WKO-Vizepräsident

Eingeführt werden aus Indien ebenfalls vorrangig Maschinen und Geräte (27 Prozent der Importe), Zugmaschinen und Kraftwagen (8 Prozent), aber auch Schuhe und Bekleidung (7-8 Prozent).

Die wichtigsten Handelspartner Indiens sind China (14 Prozent der Importe), die USA (18 Prozent der Exporte) und die Vereinigten Arabischen Emirate (etwa 7 Prozent der Ein- und Ausfuhren).

Russisches Öl auf Umwegen

Den mit Abstand größten Anteil im internationalen Warenaustausch Indiens machen Brennstoffe aus. Das erklärt sich einerseits daraus, dass Indien immer mehr Energie verbraucht, andererseits übersteigen die Raffineriekapazitäten den heimischen Bedarf. Unter anderem die EU-Staaten, die weniger Öl und keinen Diesel mehr aus Russland beziehen, sind dankbare Abnehmer. Dabei ist Indien seit 2022 zu einem wichtigen Abnehmer für russisches Rohöl geworden, daraus hergestellte Treibstoffe erreichen die EU jetzt also über den Umweg Indien.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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