Red-Zac-Chef: „Es gibt überall Engpässe“

Wirtschaft

Red-Zac-Vorstand Lenane über stockende Lieferketten und warum ihm Corona trotz allem ein zweistelliges Umsatzplus brachte

Über wegbrechende Geschäfte konnten Elektronikhändler – im Gegensatz zu ihren Kollegen in der Modebranche – zuletzt nicht klagen. Dennoch gibt es viele Fragezeichen. Red-Zac-Vorstand Brendan Lenane (39) erwartet über alle Produktgruppen und Hersteller hinweg Lieferengpässe. Die umsatzstärkste Zeit im Jahr steht aber noch bevor, betont der gebürtige Brite.

KURIER: Sie haben zu Beginn der Corona-Krise Ihre Lieferanten aufgerufen, das Zahlungsziel zu verlängern. Mit welchem Ergebnis?

Brendan Lenane: Naja, der Erfolg war durchwachsen. In der Krise kneift halt salopp gesagt jeder den Hintern zusammen. Manche haben sogar das Zahlungsziel verkürzt. Aber wir waren letztlich ja ein Gewinner der Krise.

Kann man das beziffern?

Unsere österreichweit 204 Händler haben in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres unter dem Strich ein zweistelliges Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingefahren.

Weil alle Gefrierschränke gekauft haben?

Auch. Küchengeräte – vom Geschirrspüler bis zum Brotbackofen – und überhaupt alles für den Haushalt waren ein Renner. Selbst Staubsauger. Mittlerweile gibt’s überall Lieferengpässe.

Überall?

Ja, über alle Produktgruppen und Hersteller hinweg. Letztlich produzieren alle Teile in Asien. Und auch wenn man hier wenig davon mitbekommt, gibt es immer wieder Corona-Cluster. Dazu kommen Verzögerungen bei der Schifffahrt und eine völlig überlastete Seidenstraße. Im ersten Quartal 2021 werden die Ausfälle wirklich schlimm werden. Auch bei jenen Produkten, die man fürs Home Office braucht – vom Monitor über Tastaturen bis hin zu Laptops werden wir überall Engpässe erleben.

Red Zac/Jean Van Luelik Photographer

Lenane: „Auch Küchengeräte und überhaupt alles für den Haushalt waren ein Renner. Selbst Staubsauger.“

  EuGH: Frankreich darf Airbnb-Vermietung einen Riegel vorschieben

Werden damit die Preise demnächst steigen?

Wir hoffen auf Stabilität. Das Motto lautet ja „Be happy to receive“, also dass man froh sein kann, wenn man überhaupt Ware bekommt. Gleichzeitig werden Mitbewerber wohl beginnen zu schleudern.

Wieso?

Ein Mitbewerber (Anmerkung: MediaMarkt/Saturn) ist bekanntlich in einer Reorganisationsphase und legt Warenlager zusammen. Ich bin überzeugt, dass es da zu Ausverkäufen kommen wird – die Frage ist nur, bei welchen Produkten und wie das den Markt unter Druck bringen wird. Das ist aus jetziger Sicht aber noch nicht viel mehr als ein Blick in die Glaskugel.

Könnte es nicht sein, dass die nächsten Monate bei den Verkaufszahlen eher mau werden, weil es zuletzt viele Vorziehkäufe gab?

Die Frage wird vielmehr sein, ob die Kaufkraft erhalten bleibt. Die traditionell umsatzstärksten Monate November – wegen dem Black Friday – und Dezember stehen noch bevor. Es decken sich derzeit alle mit genügend Ware ein.

Wie können Sie sich überhaupt gegen so große Handelsketten behaupten?

Wir sind ja mit Euronics in einem Einkaufsverband, der in 35 Ländern tätig ist und an dem 10.000 Outlets angeschlossen sind. Wir haben in Österreich in der Coronazeit sogar fünf neue Geschäfte eröffnet. Andere mussten dagegen Standorte schließen.

Kaufen die Leute nicht mehr im Internet?

Ja, in der Coronazeit sind selbst sonst treue Fachhandelskunden zu Online-Käufern geworden. Wir haben gerade eine Auszeichnung für einen virtuellen Beratungsassistenten bekommen, bei dem man auch in einem kleinen Geschäft das gesamte Sortiment abbilden kann, inklusive technischer Details.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 4 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.