Reisetrends: Hohe Nachfrage trotz Krisen im Nahen Osten

Wirtschaft

Der Konflikt im Nahen Osten verunsichert viele Reisende. Dennoch bleibt die Reiselust aus Sicht der Branche hoch. „Die jüngste Zuspitzung in Nahost zeigt: Wir leben in einer zunehmend volatilen Welt. Doch trotz geopolitischer Krisen, Klimarisiken und wachsender Digitalisierung bleibt der Wunsch nach Urlaub sehr stark“, sagte Dertour-Chef Christoph Debus der Deutschen Presse-Agentur. Man sei mit der Buchungsentwicklung aktuell sehr zufrieden.

Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) berichtet von einer stabilen Urlaubsnachfrage auf hohem Niveau. Mit Blick auf die aktuelle Lage im Nahen Osten zeigte sich DRV-Präsident Albin Loidl besorgt: „Für unsere Branche hat die Sicherheit der Reisenden und unserer Partner vor Ort immer oberste Priorität.“ Die aktuellen Entwicklungen zeigten, wie eng verbunden und zugleich fragil die Welt sei. Die Aussagen fallen zum Auftakt der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin, der weltgrößten Reisefachmesse.

Israel und die USA hatten am Samstagfrüh Luft- und Raketenangriffe auf den Iran begonnen, bei denen auch Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei getötet wurde. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf Ziele in der Golfregion. In der Folge sitzen dort viele Reisende fest – vor allem an Flughäfen und auf Kreuzfahrtschiffen. Nach Angaben des DRV sind rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen.

Sicherheit und Beratung rücken stärker in den Fokus

Viele Reisende legen bei der Planung zunehmend Wert auf Absicherung. „Gerade in unsicheren Zeiten setzen die Deutschen bei ihrer Urlaubsplanung auf Verlässlichkeit und Sicherheit“, sagte Loidl. „Vertrauen ist unsere stärkste Währung geworden.“ Besonders Flugpauschalreisen verzeichneten eine starke Nachfrage mit deutlich mehr Gästen als im Vorjahr.

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Dertour beobachte einen steigenden Beratungsbedarf – und das nicht erst seit der jüngsten Eskalation im Nahen Osten. „Kunden informieren sich stärker zur Situation vor Ort“, sagte Debus. Die Nachfrage nach Unterstützung durch Reiseveranstalter nehme deutlich zu. „Der Wert eines Reiseveranstalters wird in solchen Situationen sichtbarer, weil wir Sicherheit und persönliche Ansprechpartner bieten“, sagte er.

Passend zum gestiegenen Sicherheitsbedürfnis hält auch der Trend zum frühen Buchen an. Viele Urlauber entschieden sich früher als in den Vorjahren für ihre Reise. Nach Angaben des DRV wurde ein Großteil der Sommerurlaube bereits im vergangenen halben Jahr gebucht.

Folgen des Kriegs für Tourismus noch unklar

Zu den beliebtesten Reisezielen im Sommer gehört nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes auch Ägypten, das im Ranking auf Platz vier liegt – hinter der Türkei, Spanien und Griechenland. Der Dertour-Chef sieht einen Grund dafür im guten Preis-Leistungs-Verhältnis. In Ägypten bekomme man häufig ein Fünf-Sterne-Hotel zu einem Preis, für den Reisende in anderen Regionen oft nur drei oder vier Sterne erhielten, sagte Debus.

Ob sich der Krieg im Nahen Osten auch auf die Nachfrage nach Reisezielen wie Ägypten auswirkt, das an Israel grenzt, wo es infolge iranischer Angriffe bereits Tote und Verletzte gab, bleibt abzuwarten. Eine Einschätzung dazu sei derzeit nicht möglich, sagte ein Sprecher des Reiseveranstalters TUI.

Welche langfristigen Auswirkungen der Krieg auf den Tourismus haben wird, ist auch nach Einschätzung des DRV offen. Es sei zu früh, um eine Vorhersage zu treffen, sagte Loidl. Derzeit habe es höchste Priorität, mit Reiseveranstaltern vor Ort im Kontakt zu bleiben und Informationen auszutauschen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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