„Verbot von Verbrennern schadet der Umwelt“

Wirtschaft

Franz Viehböck, der erste Österreicher im Al,l leitet mittlerweile den niederösterreichischen Berndorf-Konzern. Der studierte Techniker kritisiert den Kurs der EU in Sachen Elektromobilität massiv.

Er hat die Erde aus einer Entfernung betrachtet wie noch kein Österreicher vor ihm und bis dato auch nach ihm. Franz Viehböck startete 1991 auf Einladung Russlands ins Weltall. „Ich habe die Erde damals aus einer Höhe gesehen, wo man auch Schäden an der Umwelt erkennt. Seitdem setze ich mich sehr intensiv für Umweltschutz ein“, sagt Viehböck im A1-Business-Talk in der KURIER-Lounge im Palais Freiluft in Wien. Daher ist ihm auch die Energiewende ein Anliegen – allerdings nicht in der Art und Weise, wie ein Teil der Politiker derzeit darüber denkt.

So kritisiert der studierte Techniker das geplante Verbot für neu zugelassene Verbrennermotoren in der EU ab 2035 scharf. „Das ist leider so, aber nicht alles, was die EU oder die Politik macht, ist unbedingt auch gut für die Umwelt. In dem Fall schadet es der Umwelt. Die politischen Entscheidungsträger müssen dann auch irgendwann die Verantwortung dafür tragen.“

Die Alternative Elektroauto sieht er ebenso kritisch. „Elektroautos in der jetzigen Situation sind insofern schädlich für die Umwelt, weil die Erzeugung, speziell der Batterien mit Lithium und Kobalt, sehr teuer und energieintensiv ist“, sagt Viehböck.

Zurzeit würde dies nur in China stattfinden. „Und dort wird die benötigte Energie über Kohlekraftwerke erzeugt. Und diese stoßen bekannterweise am meisten CO2 aus.“ Besser wäre aus seiner Sicht der Einsatz von E-Fuels (synthetisch hergestellte Treibstoffe). Dabei könne CO2-neutral Diesel oder Benzin erzeugt werden. „Hier wird die Umwelt überhaupt nicht belastet.“ Weltweit gebe es circa 1,5 Milliarden Autos. „Das heißt, dass man mit dieser Menge E-Fuels auch wahrscheinlich relativ wirtschaftlich herstellen kann.“

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Berndorf AG

Seit 2004 ist Viehböck bei der niederösterreichischen Berndorf AG beschäftigt, seit zwei Jahren ist er Vorstandschef. Berndorf ist durch Bestecke bekannt geworden, inzwischen wird der größte Teil des Umsatzes aber in der Metallverarbeitung (etwa Werkzeugbau) erzielt. Hier spielt Energie natürlich auch eine große Rolle. „Die aktuellen Preise betreffen uns auch, aber wir benötigen großteils nicht so viel Energie.“

Auch mit einer Verknappung von Gas käme Berndorf zurecht. Bevor es so weit kommt, plädiert er dafür, mit Russland auf diplomatischem Wege eine Einigung zu erzielen. Er selbst hat noch Kontakte zu seinen früheren Kosmonauten-Kollegen, wobei die aktuelle Situation kein Thema in den Gesprächen sei.

Die Weltraumfahrt interessiert Viehböck nach wie vor. Die Pläne der kommerziellen Raumfahrtunternehmen, wie etwa jenes von Elon Musk, sieht er „prinzipiell positiv, weil durch diese Aktivitäten Weltraum-Technologien eine neue Dynamik erfahren“. Aber auch hier hat er die Umwelt im Auge. Ein Start im Quartal oder Monat sei verkraftbar. „Wenn aber die Starts so häufig werden, wie die Pläne der diversen Player sind, dann ist das für die Umwelt eine Belastung. Und da muss sich die Weltraumfahrt Lösungen überlegen, wie man starten kann, ohne die Umwelt derartig zu belasten.“

Viehböck selbst würden diese „kurzen Hüpfer“ ins All nicht interessieren. „Aber eine Umrundung vom Mond wäre eine spannende Sache.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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