Volle Lager, zu viele Fahrräder: Rabatte im Sporthandel erwartet

Wirtschaft

Die Vergünstigungen betreffen wohl eher ältere Modelle, die Händlerinnen und Händler verkauft haben wollen.

Während andere Branchen mit Lieferkettenproblemen kämpfen, schlägt sich der Sporthandel mit zu vollen Lagern herum. Das betreffe nicht nur den Handel, sondern auch die Lieferanten, meinte Sport-2000-Chef Holger Schwarting am Donnerstagabend bei einem Pressegespräch.

Nach Engpässen während der Corona-Pandemie erwarte er diese für heuer gar nicht. Insbesondere bei Fahrrädern sei zu viel Ware vorhanden und infolgedessen werde es zu Rabatten kommen, prognostiziert Schwarting.

Solche Vergünstigungen würden eher ältere Modelle betreffen, die Händlerinnen und Händler verkauft haben wollen, um neue Ware einkaufen zu können. Stabilisieren werde sich die Situation der übervollen Lager erst nächstes Jahr, 2024 sei noch „herausfordernd“, so der Vorstand von Sport 2000 Österreich.

Zentrale im Bezirk Gmunden

Diese Herausforderung wird der österreichische Ableger von Sport 2000 künftig als Teil der ANWR Group bestreiten. Nach der Insolvenz der Sport-2000-Genossenschaft Zentrasport wurde im Jänner die Übernahme der Sportfachhändler-Gemeinschaft beschlossen. Ziel sei, ab Mai oder Juni in einer neuen Firma zu starten. Diese soll dann jedoch nicht wie bisher eine Genossenschaft sein, sondern eine GmbH, die der ANWR Group gehört. Die Zentrale bleibe weiterhin in Ohlsdorf im Bezirk Gmunden und man bleibe Lizenzpartner der Sport 2000 International, versichert Schwarting.

Für die eigenständigen Händler ändere sich wenig, betont der Sport-2000-Chef. Rund 150 Sportfachhändler mit circa 220 Standorten sollen bei dem Neustart dabei sein. Gegenüber den 229 Händlern mit 367 Standorten ist das ein deutlicher Rückgang. Das bedeute jedoch nicht, dass es diese Händler künftig nicht mehr gibt. Ungefähr die Hälfte jener Händler, die künftig nicht mehr Teil der Sport-2000-Gruppe sind, habe eine Prüfung der finanziellen Lage durch die Zentralregulierungsbank DZB nicht bestanden, so Schwarting. Die DZB Bank GmbH ist ebenfalls Teil der ANWR Group. Bei der anderen Hälfte sei es eine Mischung aus Händlern die abwarten, wie sich die Situation nach der Insolvenz entwickelt, Unternehmerinnen und Unternehmern, die prinzipiell nicht mehr dazugehören wollen, und natürlichen Abgängen wie Pensionierungen.

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Rückgang des Außenumsatzes

Eine große Änderung gebe es jedenfalls bei der Haftung. In Zukunft hafte nicht mehr die Zentrasport-Genossenschaft bei Zahlungsschwierigkeiten eines Händlers, sondern die DZB Bank GmbH. Das sei eine Sicherheit für die Lieferantinnen und Lieferanten. Der Nachteil an der neuen Handhabung: „Die Zentralregulierung kostet etwas“, gibt Schwarting zu bedenken.

Weiters rechnet Schwarting mit einem erheblichen Rückgang des Außenumsatzes in Österreich. „Der Außenumsatz lag bei rund 700 Millionen Euro und wir werden zukünftig rund 420 Millionen Euro Außenumsatz generieren“, sagte Schwarting. Hierbei müsse man bedenken, dass es sich um unterschiedliche Gesellschaftsformen handelt und wichtige Händler künftig wegfallen würden. Das ergebe einen Marktanteil von rund 20 Prozent – „wir lagen bei knapp über 30 Prozent“, erinnert sich Schwarting.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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