Wettbewerbsfähigkeit: Österreich holt auf, aber Spitze weit weg

Wirtschaft

Stockholm ist die wettbewerbsfähigste Region in der EU. Österreichische Bundesländer haben Aufholbedarf

Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt. In Sachen Wettbewerbsfähigkeit reicht es aber gerade einmal für Platz 29 in der EU. Weit abgeschlagen hinter dem Sieger Stockholm. Die Wirtschaftsregion rund um die schwedische Hauptstadt wurde heuer zur wettbewerbsfähigsten Region innerhalb der Europäischen Union gekürt.

Stockholm führt den von der EU-Kommission erstellten „Regionalen Wettbewerbsindex 2019“ (RCI) vor London und der niederländischen Metropole Utrecht an. Insgesamt wurden 268 Regionen anhand von elf relevanten Kriterien, darunter Infrastruktur, Gesundheit, Arbeitsmarkt, technologische Reife der Unternehmen, Bildungsangebote und politische Stabilität bewertet.

Der Index wird alle drei Jahre erstellt, um den Regionen in der EU Anregungen zu geben, in welchen Bereichen sie sich verbessern können.

APA/AFP/TT News Agency/FREDRIK PERSSON

Stockholm ist Spitzenreiter beim Wettbewerb

Die gute Nachricht: Die acht Wirtschaftsregionen Österreichs haben sich in den vergangenen Jahren zum Teil deutlich verbessert. Wien/Niederösterreich (wird als eine Region gewertet, Anm.) lag vor sechs Jahren noch auf Rang 83, 2016 auf Rang 49 und heuer auf Platz 29. Österreichs Hauptstadtregion überholte erstmals auch Berlin-Brandenburg (32).

Am stärksten zulegen konnte das einstige Schlusslicht Burgenland, das von Rang 125 auf 89 vorrückte und damit Kärnten und Tirol hinter sich ließ. Tirol hat sich am wenigsten stark verbessert.

Kurier Grafik

Studien-Mitautor Stefan Höffinger (Höffinger Solutions) warnt vor einem verfrühten Jubel durch die besseren Platzierungen: „Man muss hier vorsichtig sein, weil sich viele Regionen um Österreich, etwa in Italien, verschlechtert haben und nach hinten gerutscht sind.“

Als Gründe für die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit nennt er vor allem die gute Konjunktur und Arbeitsmarktlage. „Man darf jetzt aber nicht die Hände in den Schoß legen, denn die Spitze ist immer noch weit weg“, sagt Höffinger zum KURIER.

So müsse sich Wien/NÖ vor allem mit den Hauptstadt-Regionen messen. Verbesserungsbedarf ortet die Studie vor allem in drei Bereichen:

Infrastruktur

Österreich liegt zwar inmitten Europas, als zentraler Knotenpunkt gilt das Land jedoch nicht. Bei den Verkehrsanbindungen per Flugzeug oder Bahn schneiden die westlichen und südlichen Bundesländer schlecht ab. Als Vorbild sieht die Studie Utrecht, den größten Bahn-Verkehrsknotenpunkt der Niederlande mit bester Anbindung an den Airport Amsterdam. Den Spitzenregionen gelingt es auch besser, das gemeinsame Ganze der Region in den Vordergrund zu stellen und damit im Wettbewerb besser zu bestehen.

APA/AFP/ANP/ROBIN UTRECHT

Utrecht/NL ist ein Verkehrsknotenpunkt

Gesundheit

Stockholm punktet mit einer sehr hohen Lebenserwartung, Schweden generell mit der europaweit höchsten Anzahl an erwarteten gesunden Jahren eines Lebens. „Das bedeutet eine längere Arbeitsfähigkeit und damit höhere Produktivität“, erläutert Höffinger die Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit. Beim Thema gesund alt werden können nur Vorarlberg und Tirol mithalten, während Wien/NÖ schlecht abschneidet.

Technologie/Bildung

Die Studie verweist auf ein innovationsfreudigeres Klima, einen stärkeren Fokus auf relevante Zukunftsthemen und bessere Vernetzung von Forschungseinrichtungen mit Unternehmen. In Österreich mangle es auch an attraktiven Bildungsangeboten auf internationalem Niveau.

Positiv hebt die Studie diverse (technologische) Initiativen durch ansässige Leitbetriebe und deren Entwicklungszentren hervor, z.B. die Gründung des Silicon Alps Electronic Clusters in Kärnten. Höffinger sieht auch Aufholbedarf bei der Gründungsdynamik, hier seien Schweden oder Großbritannien um Längen voraus. Die Devise müsse lauten: Förderung von Talenten in der Region für die …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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