Wie das Wiedersehen mit den Kollegen nach dem Homeoffice gelingt

Wirtschaft

Der KURIER hat Arbeitspsychologin Regina Nicham gefragt, worauf dabei zu achten ist.

Zurück ins Büro, die Kolleginnen und Kollegen nach langer Zeit wiedersehen, hektische Betriebsamkeit, ein Bruch mit den alten Arbeitsroutinen aus dem Homeoffice. Das Zurück im Büro bringt eine Umstellung im Arbeitsrhythmus, sowohl für Führungskräfte als auch Mitarbeitende.

Eine Pflicht zum Homeoffice wie in Deutschland gab es zwar in Österreich nie. Dennoch haben viele Unternehmen so gut es geht Bürobelegungen reduziert und Homeoffice  forciert. Mit den sinkenden Inzidenzzahlen steigen die Bemühungen, Mitarbeitende verstärkt aus dem Homeoffice wieder in die Büros zurückzuholen. Das kann einige Tücken mit sich bringen, wie Regina Nicham, Leitung der Arbeitspsychologie bei IBG – Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement GmbH, weiß.

Jeder und jede käme nämlich mit unterschiedlichen Lebenswelten zurück aus dem oft totalen Homeoffice. „Manche hatten es, etwa familiär bedingt, sehr schwer, waren mit Homeschooling belastet. Andere, die allein leben, sind sehr vereinsamt“, zählt Nicham auf. Das könne für Unverständnis und Konflikte sorgen.

„Führungskräfte müssen schauen, wo jeder und jede steht.“ Aus den verschiedenen Lebensrealitäten ergeben sich ja auch verschiedene Bedürfnisse. Auch ältere Konflikte, die es bereits vor der Pandemie gegeben hat und die durch dauerhaftes Homeoffice nicht akut waren, könnten jetzt wieder verstärkt aufflammen.

Wichtig für die Führungspersonen sei es, ein Konzept für den Umgang mit Homeoffice zu erstellen. „Man sollte sich überlegen, welche Tätigkeiten oder Themen im Homeoffice nicht so gut zu bearbeiten sind – etwa Kreativität und Zwischenmenschliches. Es hängt natürlich immer stark von der Tätigkeit ab. Für das Soziale ist zum Beispiel eine gute Strategie, ein Mal pro Woche ein Meeting abzuhalten, bei dem alle anwesend sind.“

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Unternehmen, die wieder zu 100 Prozent Büropräsenz fordern, kennt Nicham aus ihrem Beratungsalltag nicht. Es laufe eigentlich überall auf ein Hybridmodell hinaus, je nach Unternehmen eben in unterschiedlicher Ausgestaltung.

Transparente Kommunikation

Wichtig ist jedenfalls eine gute Kommunikation, sagt Nicham – von beiden Seiten: Erwartungen klären, Probleme ansprechen, Mitarbeitergespräche wenn möglich nicht online führen. Auch Transparenz ist wichtig – es sollte etwa von Unternehmensseite klar kommuniziert werden, was die Überlegungen hinter einem Konzept sind.

„Die Modelle der Zukunft sind jedenfalls flexibel“, weiß die Arbeitspsychologin – sowohl, was die Zeit, in der gearbeitet wird, als auch den Arbeitsort angeht. „Homeoffice erleichtert ja auch etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wenn zum Beispiel ein Kind krank ist, muss dafür nicht zwingend Urlaub genommen werden.“

Speziell Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern rät sie, sich mit den Regelungen vor Ort auch eigenständig vertraut zu machen, etwa Infomails sehr genau zu lesen. „Und: Sich selbst Zeit geben. Es braucht oft eine Eingewöhnungsphase.“ Aus den Beratungen weiß Nicham, dass es vielen schon hilft zu wissen, dass sie mit dem Gefühl, mit den vielen Menschen am Arbeitsplatz noch überfordert zu sein, nicht allein sind.

Darüber hinaus rät die Expertin, mit Krankheitssymptomen achtsam umzugehen und im Zweifel eher daheim zu bleiben. „Aber Vorsicht: nicht krank arbeiten! Wer krank ist, ist krank, auch im Homeoffice.“

Außerdem rät die Arbeitspsychologin, sich wieder an Büroroutinen zu erinnern und diese zu etablieren. „Überlegen Sie: Wie möchte ich, dass mein Büroalltag aussieht? Wichtig dabei ist, das Positive …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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