Wie ein Kinoabo junges Pulikum zurück ins Kino holt

Wirtschaft

5.500 Mitglieder haben ein Nonstop-Kinoabo. Die Initiative zieht nach einem Jahr positive Bilanz – die jüngere Generation kehrt ins Kino zurück.

Nach Corona-Krisen-Modus und Teuerung konnten heimische Kinobetreiber 2023 endlich wieder aufatmen. Publikumsmagnete wie „Barbie“ und „Oppenheimer“ sorgten für ein umsatzstarkes Jahr.

Doch ausruhen kann man sich auf dem Erfolg nicht. Denn Streaminganbieter machen dem Kino zunehmend Druck. Die US-amerikanische Plattform Netflix kam im vergangenen Jahr weltweit auf 260,3 Millionen Abonnenten.

Das sind um 13 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Beim Streamingdienst Disney Plus sind es inzwischen mehr als 110 Millionen Abonnenten. Und die Zahlen werden weiter zulegen. Hat das Geschäftsmodell Kino da überhaupt noch eine Chance?

Martin Kitzberger und Laura Köpf haben gemeinsam mit der Stadtkino-Geschäftsführerin Wiktoria Pelzer vor rund einem Jahr, im März 2023, ein Kino-Abo eingeführt. „Nonstop“ heißt das Angebot, an dem mittlerweile 22 ausgewählte Programmkinos in Wien, Graz, Linz, Wels, Krems, Freistadt, Salzburg und Innsbruck teilnehmen. 

Für eine monatliche Gebühr von 24 Euro, wenn man älter als 26 Jahre alt ist, 22 Euro für alle unter 26-Jährigen, kann man unbegrenzt alle teilnehmenden Kinos besuchen. Ein ähnliches, bereits erfolgreiches Modell aus den Niederlanden, „Cineville“, hat Pelzer auf die Idee gebracht.

Jüngere Besuchergruppe ans Kino binden

Außerdem wollte man mit dem Nonstop-Kino-Abo auch bewusst eine jüngere Besuchergruppe ans Kino binden, erklärt Laura Köpf: „Es war das Ziel, vor allem Menschen unter 30 anzusprechen. Das Durchschnittsalter liegt jetzt bei 31, die meisten Leute insgesamt, die das Kino-Abo haben, sind 24 Jahre alt.“ 5.500 Abonnenten zählt das Nonstop-Abo bis Jänner 2024. Bis Ende des Jahres wolle man bis zu 10.000 schaffen, so Köpf.

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Junger Kino-Nachwuchs

Sabine Hofmann, Geschäftsführerin des Wiener Filmcasinos, war bei der Entwicklung des Kino-Abos von Anfang an dabei. Sie erzählt: „Programmkinos stehen seit vielen Jahren vor der Situation, ein Standard-Publikum, um die 40 Jahre oder älter, zu haben. Wir brauchen dringend jungen Kino-Nachwuchs.“ 

Das Kino-Abo habe dazu beigetragen, resümiert sie. „Wir haben jetzt eine altersmäßig gut durchmischte Besucherschicht erreicht.“ Auch kleinere Filme, die medial weniger Aufmerksamkeit bekämen, würden durch das Kino-Abo häufiger besucht werden, konstatiert Hofmann.

Für die teilnehmenden Kinos lohnt sich das Kino-Abo aber auch umsatztechnisch. Denn die Kinobesitzer bekommen den normalen Ticketpreis der Abo-Besucher ausbezahlt. 

Und zwar aus einem Geldvorrat. Laura Köpf vom Nonstop-Kino-Abo sagt: „Vom Abo-Preis bleiben 85 Prozent für einen Reservetopf, der dann für in Anspruch genommene Kinotickets an die Kinos ausbezahlt wird. 15 Prozent bleiben bei uns bei der nonstop GmbH. Damit bezahlen wir Gehälter und Marketing-Kosten.“

Minitta Photography/Minitta Kandlbauer

Laura Köpf, stellvertretende Geschäftsführerin bei „Nonstop“

Bedürfnis nach Erlebnis

Im Jänner dieses Jahres gingen Abo-Besitzer im Durchschnitt dreimal pro Monat ins Kino, weiß Laura Köpf. Bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von rund 11 Euro rentiert sich das Abo dann also auch für die Bezieher. 

Sabine Hofmann vom Filmcasino erklärt sich den Erfolg des Abos unter anderem so: „Man ist damit sehr flexibel und ein Kino-Abend bietet immer noch mehr als ein Netflix-Abend zuhause auf dem Sofa.“ Nach Corona hätten außerdem vor allem junge Menschen wieder mehr Bedürfnis nach Kino, erzählt die Geschäftsführerin. 

„Wir hatten anfänglich sogar das Problem, dass das ältere Publikum nur sehr zögerlich wieder gekommen ist. Die Jungen …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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