Zu kalt für die Bienen: Italien droht „Honigkrise“

Wirtschaft
Honig

Wegen schlechter Witterung im Frühjahr ging in einigen Regionen die Produktion heuer massiv zurück.

In Italien könnte es heuer zuwenig Honig geben, beklagen Imker. In den Regionen Toskana und Emilia Romagna sei die Honigproduktion witterungsbedingt um 95 Prozent zurückgegangen. Allein in der Lombardei übersteigt der durch die fehlende Herstellung von Akazienhonig verursachte Schaden 30 Millionen Euro. Die bekannte „Honigwoche“, eine Veranstaltung, die seit 50 Jahren alljährlich in der toskanischen Stadt Montalcino organisiert wird, musste abgesagt werden. 

Weniger Orangenhonig

Im Durchschnitt produzierte ein Bienenstock in diesem Sommer zwischen 500 Gramm und einem Kilo Honig gegenüber den 20 Kilos in den Vorjahren, teilten die Organisatoren der Honigwoche mit. Eine kritische Situation, die sich auch auf die Honiggebiete des Südens ausgewirkt habe, weil die Produktion von Orangenhonig in vielen Gebieten Siziliens und Apuliens fast auf Null zurückgegangen und die durchschnittliche Produktion um 50 Prozent gesunken sei. So wird das Jahr 2021 als das kritischste seit Jahrzehnten in Italien in Erinnerung bleiben.

APA/dpa/Oliver Berg / Oliver BergUnerwarteter Frost

Die Wetterbedingungen haben die Frühjahrsproduktion von Löwenzahn und Kirschbäumen ernsthaft beeinträchtigt. Auch die Akazienhonigproduktion sei fast vollständig zum Erliegen gekommen, da sowohl in Nord- als auch in Mittelitalien im Frühjahr äußerst ungünstige klimatische Bedingungen, niedrige Temperaturen und unerwartete Fröste zu verzeichnen waren. Schwierige Wetterbedingungen haben auch die Blüte von Mandel-, Kirsch- und Zitrusbäumen im Süden stark beeinträchtigt, sodass die Nektarproduktion, die für die Ansiedlung und Entwicklung der Bienen für die späteren Ernten erforderlich ist, praktisch zum Erliegen kam.

Künstliche Fütterung

Die Witterung der letzten Monate hat auch das Sammeln und Lagern von Nektar erschwert, der in erster Linie zur Fütterung der Bienen verwendet wird: In vielen Fällen waren die Landwirte gezwungen, die Bienen kostspielig künstlich zu füttern, um sie vor dem Verhungern zu bewahren und die Betriebe zu retten. Die Imkerverbände wiesen darauf hin, dass der Sektor in großer Not sei und nicht einmal die Bienenköniginnen verschont blieben. Die Befruchtungsrate sei witterungsbedingt um etwa 20 Prozent zurückgegangen, was den Imkereibetrieben große Verluste zufügte.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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