
Das mit Spannung erwartete Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij in Florida ist trotzt guter Stimmung ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Selbst Trump selber legte sich nicht fest, ob ein Abkommen greifbar sei. Insbesondere sind die von Russland geforderten Gebietsabtretungen im Donbass offen geblieben. Arbeitsgruppen sollen nun in den nächsten Wochen weiterverhandeln.
Auf die Frage, wann ein Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs möglich sei, sagte Trump bei der gemeinsamen Pressekonferenz: „Wenn es wirklich gut läuft, vielleicht in ein paar Wochen. Und wenn es schlechter läuft, länger. Und wenn es wirklich schlecht läuft, dann wird es nicht passieren.“
Russland war als entscheidender Akteur für eine Beendigung des Angriffskrieges gegen die Ukraine an den Verhandlungen nicht beteiligt. Trump telefonierte zwar vor seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin, aber erkennbare Fortschritte in Richtung Frieden gab es dabei nicht. Putin hatte zuvor auch öffentlich erklärt, dass Moskau seine Kriegsziele auch auf dem Schlachtfeld erreichen könne, wenn Selenskij die Forderungen Moskaus etwa nach Gebietsabtretungen im Donbass – konkret im Raum Donezk – ablehne.
Selenskij lehnt Kapitulation ab
Selenskij sprach von einem guten Treffen mit Trump. Der Ukrainer dürfte einmal mehr deutlich gemacht haben, dass sein Land in der Lage sei, Gebiete zu verteidigen und auch zurückzuerobern. Er kann dabei auf Milliardenhilfen der EU-Staaten setzen. Eine Kapitulation und einen Diktatfrieden Moskaus lehnt er kategorisch ab.
Selenskij: Teams treffen sich in den kommenden Wochen
Selenskij sagte nach dem Treffen: „Wir haben vereinbart, dass sich unsere Teams in den kommenden Wochen treffen werden, um alle besprochenen Angelegenheiten abzuschließen.“ Im Jänner könnte es ein Treffen in Washington mit Trump, den Ukrainern und Europäern geben, kündigte er an. Das Treffen in Miami folgte auf frühere Verhandlungen in Genf und Berlin. Der Ukrainer war außerdem schon mehrmals in diesem Jahr im Weißen Haus.
Das bilaterale Treffen in Trumps Privatclub Mar-a-Lago fand ohne Russland statt. Sein Telefonat mit Putin nannte Trump „gut und sehr produktiv“. Gefragt nach den Inhalten sagte Trump, dem viele Kritiker seine Russlandnähe vorhalten: „Russland wünscht sich den Erfolg der Ukraine.“ Diese Einschätzung nahm Selenskij sichtlich verwundert auf. Er neigt den Kopf zur Seite, zieht die Augenbraue hoch und lächelt erstaunt, wie ein Video-Clip zeigt, der inzwischen viral gegangen ist. Der russische Regierungskritiker und frühere Schachweltmeister Garry Kasparow, schrieb auf der Plattform X: „Wir sind alle Selenskij. Aber niemand auf Erden hat seine Selbstkontrolle.“ Auf dem X-Konto des Magazins „Business Ukraine“ hieß es zu dem Clip: „Selenskij verdient einen Preis allein dafür, dass er sich an diesem Punkt der Pressekonferenz beherrscht.“ Andere Nutzer in sozialen Medien äußerten sich ähnlich und teilten Bilder und Videos der Szene.
Russland hatte das Nachbarland im Februar 2022 überfallen. Seither wehrt sich die Ukraine mit westlicher Hilfe gegen die Invasion.
Kernpunkte bleiben ungeklärt
Ungeklärt ist vor allem ein Kernpunkt für ein künftiges Friedensabkommen – und zwar die Forderung Russlands nach Gebietsabtretungen der Ukraine im Gebiet Donezk. Es geht um jene Regionen dort, die Kiew bisher kontrolliert und Moskau nicht erobern konnte, aber beansprucht. Selenskij hatte stets abgelehnt, für einen Moskauer Diktatfrieden die 30 Prozent Territorium aufzugeben.
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Source:: Kurier.at – Politik



