
Die Aufführung von Beethovens „Neunter“ der Wiener Symphoniker im Konzerthaus zum Jahreswechsel ist seit 1975 Tradition. Die aktuelle Interpretation der Symphonie in d-Moll, op. 125, leitete Dima Slobodeniouk. Der Schüler von Leif Segerstam und Jorma Panula, der auch Klaus Mäkelä unterrichtete, gastiert bei namhaftesten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, New York Philharmonic und der Boston Symphony. Am Pult der Symphoniker agierte er mit enormem Gestaltungswillen.
Das Mysteriöse fiel zu Beginn eher schlicht aus, manifestierte sich aber dann deutlich. Der Fokus lag zunächst auf dem „Maestoso“. Dann setzte der Dirigent auf Kontraste zwischen extrem weichen Linien und schwer einschlagenden Akkorden. Mit Bedacht arbeitete er analytisch einzelne Motive heraus, hob das Martialische hervor und zündete mit viel Liebe zum Detail den „Götterfunken“. Das Orchester folgte ihm konzentriert. Intensiv intonierte die Flöte, akkurat spielten die tiefen Streicher das „Freudenthema“.
Alexander Grassauer schmetterte das „Freunde …“ mit einer hohen Dosis Vibrato. Julian Prégardien ließ seinen Tenor hell wie die Sonnen, die er besang, strahlen. Christiane Karg und Beth Taylor ergänzten harmonisch. Ausgewogen in allen Lagen intonierte die Wiener Singakademie. Viel Applaus.
Source:: Kurier.at – Kultur



