Wie der europäische Weltraumbahnhof im Dschungel die Sicherheit der EU erhöht

Politik
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Wenn Josef Aschbacher an diesen Tagen an einem Rednerpult steht, findet er klare Worte: „Europa sieht sich mit beispiellosen Sicherheitsbedrohungen konfrontiert“, „dringende, koordinierte Maßnahmen sind erforderlich.“ Seit mehr als vier Jahren ist der Österreicher Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Seine Aussagen beziehen sich auf Drohnen im europäischen Luftraum und auf die schwindende Unterstützung der USA.

Nach einem Treffen der Minister aus 23 Mitgliedstaaten Ende November hebt Aschbacher die neue Aufgabe seiner Organisation hervor: Sie soll Technologie und Systeme entwickeln, die der Sicherheit und Verteidigung Europas nutzen. Die ESA hat ihren Sitz in Paris. Die Action passiert über 7000 Kilometer Luftlinie entfernt. Und zwar in Französisch-Guayana.

KURIER-Grafik/Manuela Eber

Das Gebiet grenzt im Süden an Brasilien und im Norden an Suriname. Aber hier wird mit Euro gezahlt, Plastikdeckel bleiben an Flaschen hängen, und das Handy kann mit EU-Roaming genutzt werden. Denn Französisch-Guayana gehört als Teil Frankreichs zur Europäischen Union.

Das Überseegebiet ist so groß wie Österreich. Aber hier herrschen um die 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und über 90 Prozent des Territoriums sind von Regenwald bedeckt. Faultiere hängen an den Bäumen, zwischen denen auch Affen und Jaguare leben. Warnschilder machen auf sie aufmerksam, auf der Straße zum Europäischen Weltraumbahnhof in Kourou.

Im Hafen liegt ein weißes Schiff mit der Aufschrift ARIANE 6. Es liefert Teile für Satelliten und Trägerraketen, die in verschiedenen europäischen Ländern produziert und in Kourou zusammengebaut werden. Von hier wird das europäische Satellitennavigationssystem Galileo in den Weltraum geschossen. Auch die Satelliten des Copernicus-Programms werden von hier aus in die Erdumlaufbahn gebracht.

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Dieses Erdbeobachtungssystem der EU ermöglicht es, Wetter vorherzusagen und Veränderungen in der Umwelt zu entdecken und nachzuverfolgen. 2021 wurde das James-Webb-Teleskop vom Weltraumbahnhof in Kourou aus gestartet. Die Veröffentlichung der ersten Aufnahmen des sogenannten „Webb’s First Deep Field“ gingen 2022 um die Welt, weil sie Galaxien so klar zeigten, wie nie zuvor. Forschung ist wichtig, aber heute geht es auch um strategische Unabhängigkeit.

Kourou zählt nur rund 25.000-Einwohner, darunter die dort stationierten Soldaten der französischen Fremdenlegion, einer Elitetruppe des französischen Heers. Ihre Aufgabe es ist es, den Europäischen Weltraumbahnhof zu schützen. Damit dieser wiederum dem Schutz Europas dienen kann, wird er aktuell modernisiert. 

Joël Egalgi führt durch einen Rohbau. Er zeigt den zukünftigen Serverraum und das neue Missionskontrollzentrum. Von hier aus sollen die Flugbahnen der Trägerraketen vom Typ ARIANE und VEGA verfolgt und zerstört werden, sobald die Satelliten, die sie transportieren, erfolgreich im All platziert wurden.

Maren Häussermann

Aktuell sind in den Ablauf von Raketenstarts und -beobachtung Menschen in verschiedenen Gebäuden eingebunden. In Zukunft sollen die Prozesse gebündelt an einem Ort ablaufen. Nach Vorstellung der französischen Weltraumagentur soll der Weltraumbahnhof wie ein Flughafen funktionieren. Bisher liegen zwischen den Starts auch zu viele Tage, sagt Egagli. Er zeigt eine Planungsanimation. Nach dem Launch einer Rakete wird direkt der nächste Satellit zur Startrampe gefahren.

Luftfeuchtigkeit als Problem

Den Europäischen Weltraumbahnhof zu modernisieren ist nicht leicht. Auch hier gilt es nicht nur effizienter zu werden, sondern auch nachhaltiger. Noch ist das Raumfahrtzentrum für 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Französisch-Guayana verantwortlich. Aktuell wird ein zweites Solarfeld auf dem Gelände errichtet, um dem Strombedarf zu begegnen. …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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