10 Maßnahmen: Wie die Regierung den Tourismus stärken will

Politik

Die Bundesregierung will Österreichs Tourismus mit „gezielten Maßnahmen“ weiter stärken. Etwa mit einer nationalen Strategie, einem Sonderbudget für die Olympischen Winterspiele 2026 oder einer Imagekampagne. Die Details haben Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP), Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und Deregulierungsstaatssekretär Josef Schellhorn (Neos) im ersten Ministerrat nach dem Jahreswechsel präsentiert.

„Tourismus ist kein Schönwetterthema, sondern ein echter Standortfaktor“, sagt Zehetner eingangs. Immerhin erwirtschaftet die Branche, zusammen mit der Freizeitwirtschaft, 14 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung. 2025 gab es von Jänner bis November 143 Millionen Nächtigungen – ein Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Aber: Steigende Energie-, Personal- und Finanzierungskosten, die Suche nach Fachkräften und der internationale Wettbewerb setzen die Branche aus Zehetners Sicht unter Druck. Mit zehn Maßnahmen will Türkis-Rot-Pink nun die Zukunft des Tourismus sichern:

Tourismusstrategie „Vision T“

Seit Juni 2025 entwickelt der Bund mit der Branche eine „langfristige Strategie“. Bisher fanden dazu fünf Expertengipfel statt, etwa zu den Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Fachkräftemangel. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet, sollen im März mit den Bundesländern weiter vertieft und im Sommer 2026 als „Zielbild“ präsentiert werden.

Sonderbudget für Olympia

Die Winterspiele 2026 finden in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Für die Bewerbung Österreichs als „führende Skidestination“ steht eine Million Euro als Sonderbudget zur Verfügung.

Modernere Beherbergungsstatistik

Die offiziellen Nächtigungszahlen sind in Österreich wohl unvollständig. Diese Lücke soll unter anderem mit einem „Digitalen Gästeblatt“, für das die Regierung die technischen Grundlagen schaffen will, geschlossen werden.

Imagekampagne

Das Wirtschafts- und Tourismusministerium startet eine Imagekampagne. Sie soll Fachkräfte anlocken und das Berufsbild weiter verbessern.

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Fonds für Tourismusbeschäftigte

Der Tourismusbeschäftigtenfonds wird mit jährlich 6,5 Millionen Euro dotiert. Er soll gezielte Aus- und Weiterbildung fördern und damit bei der Aufnahme, Absicherung und Verfestigung von Arbeitsverhältnissen im Tourismus helfen. Damit investiere man „konkret in bessere Arbeitsbedingungen, Unterstützung und Qualifizierung – das bringt mehr Stabilität, gerade auch über die Saison hinaus“, sagt Schumann.

Fachkräftestrategie

Noch erarbeiten will die Regierung mit den Sozialpartnern eine Fachkräftestrategie. Das Ziel: „Ganzjahresarbeitsplätze“ forcieren, um Fachkräfte langfristig zu binden und die Abhängigkeit von Saisonen zu verringern.

Überprüfung der Inflationsberechnung

Der Tourismus wird als Inflationstreiber wahrgenommen, doch dieser Befund greift aus Sicht der Regierung zu kurz. „Der Tourismus ist einer der wichtigsten Dienstleistungsexporte Österreichs und muss in der Preisstatistik auch als solcher behandelt werden“, sagt Zehetner. Deshalb wolle sie mit der Statistik Austria die Inflationsberechnung im Tourismus prüfen. Dabei geht es vor allem darum, wie ausländische Gäste, die in manchen Destinationen bis zu drei Viertel der Nächtigungen ausmachen, statistisch gewichtet werden.

Betriebsnachfolge im Tourismus

Bis 2029 stehen im Tourismus rund 8.000 Betriebsübergaben an. Mit dem Weiterbildungsprogramm „NextGen4Austria“ will die Regierung Nachfolger qualifizieren. 

Einfachere Preisauszeichnung

Die Regierung will klare, „verständlichere“ Regeln für die Ausweisung von Abgaben wie der Ortstaxe schaffen. Auch die Ausweisung von Zimmerpreisen im Eingangsbereich soll „zeitgemäßer“ werden. „Als karenzierter Hotelier weiß ich: Qualität und Erlebnis entstehen zwischen Gast und Gastgeber – nicht in der Zettelwirtschaft“, sagt Schellhorn.

Kurzzeitige Vermietungen

2024 hat die EU eine Verordnung für kurzzeitige Vermietungen über Online-Portale erlassen, die mit Mai 2026 in Kraft tritt. Das Wirtschaftsministerium will Vermieter mit „technischen Voraussetzungen“ unterstützen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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