Kauf, Abkommen, Invasion? Wie die USA Grönland ins Visier nehmen

Politik

Die US-Regierung hat im Streit um die Kontrolle Grönlands ihre Haltung bekräftigt und schließt auch einen Militäreinsatz weiter nicht aus. Der Erwerb Grönlands habe für die nationale Sicherheit der USA Priorität und sei entscheidend, um Gegner in der Arktis abzuschrecken, teilte das Weiße Haus am Dienstag mit. Präsident Donald Trump und sein Stab diskutierten eine Reihe Optionen. Der Einsatz des Militärs sei dabei immer eine, die dem Oberbefehlshaber zur Verfügung stehe.

Trumps wiederbelebtes Interesse an der strategisch wichtigen Insel in der Arktis folgt auf die Festnahme und Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro. Trump fühle sich dadurch bestärkt und wolle die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre sichern, hieß es aus dem Weißen Haus. So ist es auch in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA festgehalten.

Außenminister favorisiert Kauf

Einem hohen US-Beamten zufolge werden verschiedene Wege für einen Erwerb diskutiert. Dazu zählten ein direkter Kauf von Dänemark (Grönland war einst eine dänische Kolonie und ist heute ein autonom verwaltetes Gebiet des NATO-Mitglieds) oder die Bildung eines „Compact of Free Association“ (COFA), eines speziellen Assoziierungsabkommens, mit dem Territorium. „Diplomatie ⁠ist immer die erste Option des Präsidenten, und das Aushandeln von Geschäften. Er liebt Geschäfte“, wird der Beamte zitiert.

Das Ziel sei ein Kauf, berichtete auch das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Außenminister Marco Rubio habe in einer vertraulichen Sitzung mit US-Abgeordneten gesagt, dass die jüngsten Drohungen keine militärische Invasion signalisieren sollten. Das berichtete auch die New York Times und schrieb zudem unter Berufung auf Beamte, dass Trump seine Mitarbeiter um die Vorlage eines aktualisierten Plans für einen Erwerb gebeten der Insel habe. Trump hatte einen solchen Plan bereits während seiner ersten Amtszeit ins Spiel gebracht.

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Gleichzeit erhöht US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt den Druck auf das riesige Eiland und seine europäischen Partner weiter: „Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung“, teilte sie mit. 

Widerstand im US-Senat

Zuvor hatten mehrere europäische Staaten die USA in deutlichen Worten vor einer Annexion Grönlands gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung hatten Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien am Dienstag betont, Grönland gehöre seinem Volk. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte am Montag mit dem Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses NATO gedroht.

Auch innerhalb der USA gibt es jedoch Widerstand. Führende Senatoren beider Parteien forderten die Regierung auf, die Souveränität Dänemarks zu respektieren.

Trump hat wiederholt angedroht, Grönland zu übernehmen. Die Insel mit knapp 60.000 Einwohnern ist wegen der Zugehörigkeit zu Dänemark NATO-Gebiet, gehört allerdings nicht wie Dänemark zur EU. Die USA haben bereits Militärstützpunkte auf der Insel. Spekuliert wird, dass es Trump vor allem um die Ausbeutung der reichen Bodenschätze der Insel geht, etwa Seltene Erden sowie Öl und Gas.

Frankreich arbeitet an Reaktion auf US-Drohung

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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