ÖSV-Coach Pfeifer nach dem Slalom-Debakel: „Es wird immer brutaler“

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Auch in Madonna sind Österreichs Slalom-Männer nicht in Schwung gekommen. Im Gegenteil. Rang zwölf von Michael Matt war das schlechteste Saisonergebnis des ÖSV-Slalomteams. Ein Top-5-Platz ist in dieser Saison noch nicht gelungen.

„Es geht nur mit Vollgas“, sagte Cheftrainer Marko Pfeifer im ORF. „Wir wissen woran es liegt, es ist auch daran gearbeitet worden.“ Offensichtlich ist aber, dass das Training über die Feiertage keine Verbesserungen brachte. „Und natürlich: Jedes Rennen, das vergeht, in dem man nicht das Resultat hat, nagt am Selbstvertrauen.“

Fellers Schwung als Vorbild für den Rest der Welt

2024 hatte Manuel Feller noch die kleine Kristallkugel für den Disziplinweltcup gewonnen. Der damals schon extrem kurze Slalom-Schwung des Tirolers sei Vorbild für viele andere Spitzenfahrer gewesen. „Das hat jeder nachgeahmt, die Linie auch“, sagte der ÖSV-Chefcoach. „Es wird sehr frech gefahren, ein kurzer Druck. Es wird immer brutaler. Wenn du das nicht von oben bis unten durchziehst und ein bisschen mit Reserve fährst, wirst du gleich durchgereicht.“ In Madonna waren die Ränge drei bis zehn nur durch 22 Hundertstelsekunden getrennt.

„Teilweise haben wir im Weltcup zu leichte Kurssetzungen“, kritisierte Pfeifer. Gemeint war der erste Durchgang, in dem es kaum Schwierigkeiten und Zeitabstände gegeben hatte. Pfeifer: „Man sieht, das Limit ist brutal nach oben gegangen im Slalom. Es fährt jeder letzte Rille, wir sind da teilweise zu brav unterwegs. Aber es hilft nichts, in ein paar Tagen ist der nächste Slalom. Jetzt geht es Schlag auf Schlag im Jänner.“

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Noch vier Slalom-Klassiker vor Olympia

Der nächste Slalom steht am Sonntag in Adelboden auf dem Programm. Es folgen jene in Wengen (18. Jänner), Kitzbühel (25. Jänner) und Schladming (28. Jänner), ehe es für die Spezialisten zu Olympia geht. Bester Österreicher in der Disziplinwertung ist Matt als Zwölfter. „Michi Matt hat phasenweise wirklich sehr schnelle Schwünge gezeigt“, lobte Pfeifer. Feller wähnte er bis zu seinem Ausfall im zweiten Lauf „in Schlagdistanz zum Podium“. Insofern soll sich dieser auch nicht entmutigen lassen. „Ich glaube trotzdem, dass er das Positive mitnimmt. Er wirkt sehr stabil“, erklärte Pfeifer. „Aber wir brauchen nicht reden: Ein gutes Resultat beflügelt. Jetzt hoffen wir auf Adelboden.“

Den Slalom auf dem „Chuenisbärgli“ hatte Feller 2024 gewonnen. „Adelboden ist ein Ort, wo ich schon sehr, sehr viele schöne Erfolge habe feiern dürfen. Ich werde wieder gleich drauflosfahren“, sagte der 33-Jährige nach seinem Out in Madonna. Er werde weiterhin Gas geben. „Wenn ich nicht riskiere, bist du schnell einmal 15. oder 20. – dafür fahre ich nicht Ski, ich will weiter nach vor. In Adelboden über den Steilhang werde ich ihn aber nicht so sinnlos hineinlassen.“

Schwarz „hat sicher mehr drauf“

Gar nicht ins Fahren kam Marco Schwarz, der vor dem Jahreswechsel neben seinem Super-G-Premierensieg in Livigno auch mit dem Triumph beim Riesentorlauf-Klassiker in Alta Badia aufgezeigt hatte. Der Kärntner verpasste als 36. den zweiten Durchgang und war ratlos. „Vom Skifahrerischen hat er sicher mehr drauf im Slalom“, betonte Pfeifer. Das gilt auch für Fabio Gstrein, der schon in Lauf eins ausschied. Sein dritter Platz beim Weltcup-Finale im März in Sun Valley ist weiter Österreichs bisher letzter Podestplatz im Slalom.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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