Wifo-Experte: „Wenig Spielraum“ für Neuberechnung der Tourismus-Inflation

Wirtschaft

Der Vorschlag von Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner, die Inflationsberechnung der Statistik Austria bei der Beherbergung und Gastronomie zu überprüfen, sorgt für Diskussionen. Wie berichtet, will Zehetner ausländische Gäste, die in manchen Tourismusgebieten bis zu drei Viertel der Nächtigungen ausmachen, statistisch stärker berücksichtigen. Die Statistik Austria solle prüfen, ob die derzeitige Abgrenzung und Gewichtung tourismusrelevanter Positionen in der Inflationsberechnung zeitgemäß und sachgerecht sei.

Wifo-Inflationsexperte Josef Baumgartner kann das Ansinnen der Staatssekretärin nicht ganz nachvollziehen. Generell gebe es „wenig Spielraum“ von der in der Eurozone einheitlichen, streng normierten Berechnung des Verbraucherpreisindex abzuweichen. Die im Vergleich zu anderen Ländern stärkere Gewichtung der Beherbergung und Gastronomie im Warenkorb zur Inflationsberechnung sei der Dominanz der Sparte Tourismus geschuldet.

Öserreich ist ein Urlaubsland  

„Österreich ist ein Urlaubsland und hat im Gegensatz zu anderen Ländern zwei gleichwertige Saisonen“, erklärt Baumgartner. Eine der wenigen Möglichkeiten wäre, die regelmäßige Preiserhebung in 19 Indexstädten – als Teil der Gesamtberechnung – auf weitere Städte auszuweiten. Derzeit wird die Preisentwicklung in den größten Städten sowie den Tourismusorten Schladming und Saalbach erhoben. Nehme man weniger touristische Städte wie Rohrbach oder Freistadt dazu, wäre die Preisentwicklung vielleicht etwas anders. 

Solche Preiserhebungen sind aber enorm aufwendig und teuer. Da bräuchte die Statistik Austria wohl mehr Geld“, gibt Baumgartner zu bedenken. Da es aber nur eine von mehreren Erhebungsmethoden ist, sei die Differenz wohl überschaubar. Die laufende Qualitätssteigerung bei den Hotelangeboten würden jetzt schon einfließen, die zunehmend dynamische Preisgestaltung sei hingegen eine Herausforderung für die Statistiker. Eine stärkere Berücksichtigung könnte aber auch höhere Preise ergeben, so der Experte.

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Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) sieht eine mögliche Neuberechnung als Chance, will aber die „wahren Kostentreiber“ identifizieren und gewichten. Diese seien Löhne, Energie, Lebensmittelkosten, Zinsen, Baukosten und generell der Anteil von Steuern und Abgaben an der Unternehmensbilanz. Nicht der Tourismus sei der Preistreiber, sondern die Energie und die öffentliche Hand – etwa mit der Erhöhung der Ortstaxe.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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