Ein Denkmal für die Literatur: Villa glänzt nach Restaurierung

Wirtschaft
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Die denkmalgeschützte Gründerzeitvilla von 1890, entworfen vom Zürcher Duo Alfred Chiodera und Theophil Tschudy, ist nach vier Jahren sorgfältiger Restaurierung wieder ein Gesamtkunstwerk – und das neue Zuhause des Literaturhaus Vorarlberg.

Unter der Leitung von Nägele Waibel ZT GmbH entstand im Rahmen des RathausQuartiers ein beispielhaftes Projekt der behutsamen Revitalisierung. Im Sinne des Leitgedankens „minimo intervento“ – also des geringstmöglichen Eingriffs – wurde die historische Substanz konsequent erhalten, die Patina sichtbar belassen und die Geschichte der Räume lesbar gemacht.

Frauke Kühn

Treppenhaus mit Bleiverglasung.

Altes erhalten 

Viele Details zeugen von restauratorischer Präzision und handwerklicher Meisterschaft: Vier originale Fenster von 1923, unter Farbschichten verborgen, wurden durch Bartsch Restaurierungen freigelegt, gesichert und als Vorlage für alle weiteren Fenster genutzt. Eine wiederentdeckte Flügeltür aus dem ältesten Bauteil wurde nach sorgfältiger Befundung und Holzfestigung wieder eingebaut. 

Die Putz- und Malereiarbeiten verantwortete Markus Pescoller – inklusive Freilegung historischer Schablonenmalereien, Sicherung von Tapetenschichten und konservatorischer Behandlung der japanisch inspirierten Wandmalereien in der ehemaligen Kegelbahn. So blieb der vielschichtige Charakter der Villa bewahrt: Das imposante Treppenhaus mit Bleiverglasung und gemalten Putten bildet das Herzstück des Hauses, während geschnitzte Kassettendecken, eine rare Ledertapete und der schwere Luster an die repräsentative Wohnkultur der Jahrhundertwende erinnern. Statt glatter Perfektion prägt nun die Lesbarkeit der Zeitspuren das Raumerlebnis – ein feines Gleichgewicht aus Erhaltung, Authentizität und neuer Nutzung.

Frauke Kühn

Historische Schablonen- und Wandmalereien.

Offen für alle 

Markus Schadenbauer, Projektentwickler und Initiator des Gesamtareals, spielte eine zentrale Rolle als Vermittler zwischen Denkmalschutz, Stadt, Investoren und Nutzern. „Die Herausforderung der Revitalisierung begann bereits vor der Planung mit der Überlegung der möglichen Nutzungen für die Villa. Eine Einzelnutzung für eine Fabrikantenfamilie – wie ursprünglich gebaut – erschien aufgrund der Größe von Anbeginn illusorisch. Dass die Hauptnutzung nun das Literaturhaus Vorarlberg geworden ist, ist eine besondere Freude“, so Schadenbauer.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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