
Nach den tiefgreifenden Veränderungen am österreichischen Immobilienmarkt der vergangenen Jahre entwickelt sich das Umfeld nun wieder in eine positivere Richtung. Einige aktuelle Marktberichte belegen, dass die Vorzeichen für 2026 deutlich besser sind im Vergleich zu den Vorjahren. „Die KIM-Verordnung würgte den Markt im Jahr 2023 ab“, blickt Anton Nenning, Head of Research bei Remax Austria, zurück. „Dies ist in den Insolvenzmeldungen nach wie vor sichtbar.“
2025 sei dann eine Normalisierung eingetreten, 2026 sollen alle Marktsegmente Steigerungen verzeichnen, bei Angebot, Nachfrage und Preis. Preislich rechnet Nenning mit Zuwächsen im Bereich der Inflationsrate. „Leistbarkeit und Finanzierbarkeit stehen aber nach wie vor im Vordergrund“, sagt Nenning und dämpft die Erwartungen leicht: „Die KIM-Verordnung als Empfehlung bremst die Märkte weiterhin.“
Trendumkehr ist da
Dennoch zeigen aktuelle Zahlen, dass die Trendumkehr längst da ist. „Seit einigen Monaten zeigt sich eine klare Stabilisierung. Die Zinsen sind wieder auf einem gut kalkulierbaren Niveau, die Einkommen konnten nachziehen und die Leistbarkeit verbessert sich spürbar“, sagt Martina Hirsch, Geschäftsführerin von sReal. „2026 trifft ein vergleichsweise großes Angebot an Immobilien auf eine Nachfrage, die zwar wieder anzieht, aber noch überschaubar bleibt. Käufer profitieren von mehr Auswahl, realistischeren Preisvorstellungen und deutlich besseren Rahmenbedingungen bei der Finanzierung.“
Das Angebot an Wohnimmobilien ist groß, vor allem im Bereich Eigentumswohnungen im Bestand. „Eigentumswohnungen haben schon 2025 geboomt. Die Flucht in Sachwerte verstärkt diesen Trend noch“, sagt Thomas G. Winkler, CEO des Immobilienentwicklers UBM. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist laut Buwog-Geschäftsführer Andreas Holler ungebrochen hoch. „Die Preise haben sich aktuell auf einem halbwegs stabilen Niveau eingependelt, werden aber so schnell nicht wieder sinken – im Gegenteil. Wer also kaufen kann, sollte dies jetzt tun.“
So entwickeln sich die Preise
Remax rechnet für 2026 mit einem Plus von 3,6 Prozent bei der Nachfrage nach Eigentumswohnungen, die Kaufpreise werden um 3,5 Prozent steigen.
Besonders groß ist 2026 die Nachfrage nach Einfamilienhäusern, Remax rechnet heuer mit einem Plus von 3,9 Prozent, die Hauspreise sollen um rund drei Prozent steigen. Eine Trendumkehr gibt es bei Baugrundstücken: Weil 2023 und 2024 weniger gefragt, waren die Kaufpreise rückläufig – doch nun ist die Nachfrage wieder da: Die Grundstückspreise sollen heuer um rund 3,5 Prozent zulegen.
Das Interesse an Mietwohnungen ist sehr groß. Die Nachfrage übersteigt meist das vorhandene Angebot. Für neu abgeschlossene, frei zu vereinbarende Mietpreise soll dieser Nachfrageüberhang einen entsprechenden Preisschub nach sich ziehen: In zentralen Lagen in Wien rechnet Remax mit einem Anstieg der Mieten um 4,6 Prozent. Am Stadtrand sollen die Mieten um 3,8 Prozent steigen. Im niederösterreichischen Speckgürtel ziehen frei vereinbarte Mietpreise mit 5,7 Prozent stark an.
Wbv-gpa
Viele neue Wohnungen sind beim Neubau „Lebensraum Muthgasse“ der WBV-GPA in Döbling in Bau.
Große Unterschiede in Bundesländern
Unabhängig von den Österreich-Trends lohnt sich für Suchende der Blick auf die einzelnen Bundesländer. Angebotslage, Nachfrageintensität und Preisniveaus unterscheiden sich regional teils deutlich.
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen legen heuer laut Remax-Prognose zwischen 1,7 Prozent im Burgenland und 4,2 Prozent in Tirol zu.
Bei den Mietwohnungen soll sich die angespannte Situation in der Bundeshauptstadt mit einem erwarteten Plus von 4,2 Prozent bei den Mietpreisen niederschlagen – damit steigen die Mieten in Wien abermals stärker als in …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



