Erich von Däniken: Der Alien-Versteher ist tot

Kultur

Manch einer mag sich schon mal ehrfürchtig gefragt haben: „Wie haben die das eigentlich gemacht, die Ägypter?“ Die Pyramiden zu bauen, nämlich. Erich von Däniken hat sich das nicht gefragt. Er wusste die Antwort. Menschen allein wären dazu nie in der Lage gewesen, meinte er. Sie hatten Hilfe: von Außerirdischen. Und nicht nur die glücklichen Ägypter. Auch die Statuen der Osterinsel oder die Nazca-Linien und so ziemlich alles, bei dem man sich schon mal gefragt hat: „Wie haben die das eigentlich gemacht?“, basieren auf außerirdischer Assistenz. Sagte Erich von Däniken.

1968 schrieb er das in seinem Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ nieder, das ein Bestseller werden sollte und – ein Jahr vor der Mondlandung – offenbar den Nerv der Zeit traf. Mehr als 60 Millionen Bücher hat Däniken weltweit verkauft – dem Erstling folgten Dutzende weitere im Genre der „narrativen Sachbücher“, in denen er seine steile These der „Prä-Astronautik“ darlegte.

„Parawissenschaftlich“

Wissenschaftliche Beweise blieb er schuldig. Das kümmerte seine Fans wenig. Noch vor neun Jahren pilgerten sie in großer Zahl – und erstaunlicher Jugend – in die SIMM City in Wien, als der Urvater der Ufo-Bewegung sich für ein paar Vorträge angesagt hatte.

Von Däniken wurde 1935 in der Schweiz in eine streng katholische Familie geboren. Die hat wahrscheinlich wenig mit seinen Theorien anfangen können. Denn zumindest da war er ein Skeptiker: „Ich habe mir Gedanken gemacht über die Religion. Dort hat man uns Dinge beigebracht, die konnten nicht stimmen. Und das hat mich innerlich aufgewühlt.“

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E.T. in Fatima

Also deutete von Däniken Götter als Aliens – die frühe Menschheit hätte das halt nicht anders verarbeiten können. Biblische Propheten, die Gott gesehen haben? Es war ein Raumschiff. Engel? Extraterrestrische. Marienerscheinung in Fatima? Alien. Von Däniken sprach freilich immer von sehr großzügigen Außerirdischen. Sie ließen einst auch ihre sehr viel höherwertige DNA auf der Erde, damit aus der tapsigen Menschheit doch noch etwas wird.

Das hilft auch bei der Tarnung, denn Däniken war überzeugt davon, dass die Weltall-Freunde wieder zurückgekehrt sind: „Ich behaupte, sie sind schon da und beobachten uns. Und sie sehen aus wie wir, man würde sie nicht erkennen“, sagte er 2017 in Wien-Simmering.

Ursprünglich kam der Schweizer aus der Gastronomie. Er hat fast jeden vorstellbaren Job in dem Bereich gemacht – vom Chefsteward auf einem Passagierdampfer bis zum Hotelier. Auch ein Haftaufenthalt wegen Betrugs gehörte zu dieser Laufbahn des Ufologen.

Oscar-nominiert

Steven Spielberg soll Erich von Däniken gesagt haben, dass dessen Vorstellungen seine Filme inspiriert haben. Die Sci-Fi-Serie „Stargate“ dürfte sich auch der Beschäftigung mit der „Prä-Astronautik“ verdanken. Die Verfilmung seines Buchs „Erinnerungen an die Zukunft“ wurde 1971 für einen Oscar nominiert.

Selbst will von Erich von Däniken 1987 Kontakt mit Aliens gehabt haben. Am Samstag hat er diese Welt verlassen, er starb mit 90 Jahren.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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