Österreichs Reparaturkultur ist trotz Förderung wenig ausgeprägt

Wirtschaft

Ab dem 12. Jänner tritt in Österreich die „Geräte-Retter-Prämie“ in Kraft. Der Nachfolger des Reparaturbonus soll Menschen dazu motivieren, defekte Geräte reparieren zu lassen, anstatt sie wegzuwerfen und Elektroschrott zu produzieren. Eine neue Studie hat sich angesehen, wie die Reparaturkultur in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, den USA und Österreich ausgeprägt ist. Sie kommt zum Schluss, dass staatliche Förderungen allein nur unzureichend motivieren.

Reparaturquote: Österreich liegt am drittletzten Platz

14.000 Personen wurden in der vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen durchgeführten Studie befragt. 49 Prozent der österreichischen Befragten gaben dabei an, dass sie in den vergangenen 12 Monaten ein Elektrogerät reparieren ließen. Unter den sieben Ländern nimmt Österreich damit den drittletzten Platz ein. Nur in Deutschland (41 Prozent) und Frankreich (43 Prozent) ist die Reparaturquote noch geringer – und das, obwohl es auch in Frankreich ein staatliches Förderprogramm für Reparaturen gibt. Die höchste Quote weist Italien mit 61 Prozent auf.

Österreicher würden mehr zahlen, wollen es aber billiger

Dass Geräte möglichst einfach zu reparieren sind, ist 83 Prozent der heimischen Befragten aber doch ein Anliegen. Man ist dafür auch bereit, mehr zu zahlen. Die Preisgrenze, bis zu der eine Reparatur als akzeptabel gilt, liegt in Österreich bei 19 Prozent des Neupreises. In allen anderen Ländern liegt die Obergrenze bei 15 oder 16 Prozent. Der Preis ist auch der Hauptgrund für eine Reparatur, vor allem wenn sie geringere Kosten im Vergleich zu einem Neukauf mit sich bringt. Der Gedanke, damit Umwelt und Ressourcen zu schonen, ist zwar in Österreich am ausgeprägtesten, er alleine führt aber meist nicht zu einer Entscheidung für eine Reparatur.

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Reparatur muss einfacher als ein Neukauf sein

„Kosten und Aufwand sind zentrale Hürden, die einer breiteren Reparaturkultur entgegenstehen“, meint Studienautor Michael K. Zürn. „Um das Potenzial für Reparaturdienstleistungen auszuschöpfen, müssten wirksame staatliche Maßnahmen hier ansetzen.“ Dass Österreicher eine vergleichsweise großzügige Förderung von bis zu 130 Euro pro Reparatur in Anspruch nehmen können, wirkt offenbar nicht als starker Hebel. Eine Reparatur muss einfacher als ein Neukauf sein. Österreicher sind offenbar auch mehr als Menschen in anderen Ländern verunsichert, an welchen Betrieb sie sich mit einer Reparatur wenden sollen.

Jüngere können nicht so lange auf Gerät verzichten

Besonders in der jüngeren Altersgruppe (18 – 39 Jahre) ist die Überzeugung stärker ausgeprägt, dass eine Reparatur zu viel Aufwand bedeuten würde, dass sie nicht so lange auf ein Gerät verzichten könnten und dass sie sich einfach ein neueres Gerätemodell wünschen. Auch Menschen mit höherem Bildungsabschluss und höherem Einkommen empfinden Reparaturen häufiger als belastend. 

Reparaturlabel schon nett, aber Ersatzteile wichtiger

Dass ein Gerät möglichst einfach reparierbar ist, ist Konsumenten in Österreich weniger wichtig als jenen in den anderen sechs Ländern. Bei Smartphones, einem der am häufigsten verbreiteten elektronischen Geräte, ist die Reparierbarkeit für Österreicher und Deutsche besonders irrelevant. Ein Reparaturlabel, das ähnlich einem Energielabel die Aufmerksamkeit bei Konsumenten erhöhen soll, begrüßen Studienteilnehmer in allen sieben Ländern. 

Jeder Dritte hält die staatliche Einführung eines Reparaturlabels für eine sinnvolle Idee. Noch sinnvoller fänden es die Befragten, wenn der Staat Hersteller verpflichten würde, Ersatzteile besser verfügbar zu machen (48 Prozent), …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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