Die meistbesuchten Museen der Welt: Statistik sieht „neue Normalität“

Kultur

Die jährliche Erhebung des „Art Newspaper“ erkennt leichte Rückgänge bei etablierten „Museumstankern“.

Nach einer Welle des Zuspruchs nach der Dürreperiode der Pandemie haben sich die Besuchszahlen in den wichtigsten Museen der Welt wieder auf ein „normales“ Level eingependelt. Das ist das Fazit einer Erhebung des Fachmediums „The Art Newspaper“, das alljährlich die Besuchszahlen der wichtigsten Kunstmuseen weltweit abfragt und vergleicht.

Reiche Ernte 

Der Louvre in Paris, mit 8.737.050 Besuchen im Jahr 2024 weiterhin das meistbesuchte Museum der Welt, baute gegenüber 2023 ein Prozent ab, was angesichts der oft beklagten Überlastung aber kein allzugroßes Problem darstellen sollte. Ähnlich die Situation in den Vatikanischen Museen (mit 6.825.436 Besuchen auf Platz 2 des Rankings) und dem British Museum (6.825.436, Platz 3). Das Metropolitan Museum in New York, das vom Österreicher Max Hollein geleitet wird und demnächst einen großen Erweiterungsbau in Angriff nimmt, steht als meistbesuchtes Museum der USA mit 5.727.258 Gästen auf Platz vier des Rankings.

Mehr Sorgen bereiten den Autoren des Reports etablierte Zeitgenossen-Museen, die nach einer Blütezeit etwas an Glanz verloren zu haben scheinen: Etwa die Tate Modern in London, die mit 4.6 Millionen Besuchen hinter ihren Wert von 2023 zurückfiel und ihre prä-pandemischen Höhen (der Spitzenwert lag 2019 bei mehr als 6 Millionen) nicht wieder erreichen konnte.

Der Apfel fällt oft weit vom Stamm

Anderswo überrunden die einstigen Dependancen die Haupthäuser: So zählte das Guggenheim Museum im spanischen Bilbao 1.301.343 Besuche, während das architektonisch markante Stammhaus an der New Yorker Fifth Avenue mit 766.000 Besuchen ebenfalls hinter den Wert zurückfiel – und in der Top 100-Liste gar nicht mehr aufscheint. Der Louvre Abu Dhabi liegt mit 1.422.021 Besuchen zwar weit hinter dem Palast in Paris, verzeichnet laut Art Newspaper aber weiterhin Besucherzuwächse. Ein weiteres Phänomen sind Erlebnis-„Museen“ wie jenes der Medienkunst-Gruppe TeamLab in Tokio, das sich mit 2.436.870 Besuchen auf Platz 24 des Rankings findet.

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Äpfel und Birnen in Österreich

In Österreich rangiert das Kunsthistorische Museum (KHM) auf Platz 1 der bestbesuchten Häuser, die Darstellung des Art Newspaper ist hier aber irreführend: Denn während die Statistik bei anderen Häusern mit mehreren Standorten jeweils nur den bestbesuchten listet, ist beim KHM der gesamte Verband (mit 1.954.269 Besuchen) angeführt. Tatsächlich war das Obere Belvedere (1.484.222 Besuche) 2024 das bestbesuchte Haus in Wien, gefolgt von der Albertina (1.069.500) und dem KHM-Haupthaus (1,02 Millionen).

Russische Museen wie die Eremitage in St. Petersburg, die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 Besucherrückgänge hinnehmen mussten, meldeten laut Art Newspaper für 2024 wieder stärkere Zahlen. Es bleibe abzuwarten, wie sich jüngste weltpolitische Entwicklungen und die Politik der Trump-Regierung in den USA auf die Museumswelt auswirken, betonen die Autoren.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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