Italiens Kulturministerium fordert fast 10 Millionen Euro von Österreicher Pereira

Kultur

Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre und vier Monate Haft. Urteil im Mai erwartet.

Das italienische Kulturministerium und die Stiftung des Florentiner Opernhauses „Teatro del Maggio Musicale Fiorentino“ fordern vom ehemaligen österreichischen Intendanten Alexander Pereira eine Entschädigung von fast zehn Millionen Euro. Die Forderung wurde im Rahmen des Verfahrens gegen den Kulturmanager wegen Veruntreuung und Geldunterschlagung eingereicht, das in Florenz läuft, berichteten italienische Medien am Freitag.

Das Kulturministerium und das Theater reichten den Schadensersatz wegen „moralischen, Image- und Vermögensschäden“ ein. Die Staatsanwaltschaft Florenz hatte im Februar eine Haftstrafe von vier Jahren und vier Monaten für den Angeklagten gefordert. Mit einem Urteil im Prozess wird am 29. Mai gerechnet.

Staatsanwaltschaft wirft Pereira Veruntreuung und Geldunterschlagung vor

Die Staatsanwaltschaft wirft Pereira Veruntreuung vor, weil er auf Kosten der Maggio-Stiftung Ausgaben getätigt habe, darunter Reisen und Umzüge von seinem Wohnsitz in Mailand in die Toskana, ohne dass dies im Vertrag vorgesehen gewesen sei. Außerdem soll Pereira 35 Millionen Euro, die der staatliche Fonds für die Rekapitalisierung der Opern- und Symphonieorchester zur Verfügung gestellt hatte, missbräuchlich verwendet haben, lautet der Vorwurf.

Mit diesem Geld soll der ehemalige Intendant Gehälter und Steuern gezahlt haben, anstatt es ordnungsgemäß zur Stärkung des Stiftungsvermögens einzusetzen. Die Verteidiger forderten den Freispruch ihres Mandanten, der ihrer Ansicht nach lediglich im Interesse des Theaters gehandelt habe, mit dessen Neustart er beauftragt worden war.

Die Ermittlungen gegen Pereira waren 2022 auf Druck der Rechtspartei Fratelli d’Italia, der Partei um Premierministerin Giorgia Meloni, eingeleitet worden, die im Florentiner Gemeinderat auf den Bänken der Opposition sitzt. Pereira, der 2019 von der Mailänder Scala nach Florenz gewechselt war, soll u.a. die Kreditkarte des Opernhauses für private Ausgaben verwendet haben, die in keinem Zusammenhang mit seiner Funktion gestanden haben, etwa für Umzüge, Hotelübernachtungen, Flugzeug- oder Hubschrauberflüge. Wegen der Vorwürfe war er im Februar 2023 vom Posten des Intendanten in Florenz zurückgetreten.

  Personalabbau im ORF: "Handshake"-Programm für ältere Mitarbeiter gestartet

…read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.