True-Crime-Serie „Happy Face“: Wie es ist, die Tochter eines Serienkillers zu sein

Kultur

Paramount+ adaptiert in „Happy Face“ die reale Geschichte um Melissa Moore, Tochter eines grausamen Mörders, in acht Folgen.

Von Marie-Sarah Drugowitsch

Melissa Moore (Annaleigh Ashford) lebt mit ihrem eher gewöhnlichen Banker-Ehemann (James Wolk), ihrer Teenager-Tochter und ihrem neunjährigen Sohn in einer amerikanischen Kleinstadt – Familienidyll, wie es im Buche steht. Doch bis auf ihren Mann weiß niemand um das Geheimnis, das sie seit ihrem 15. Geburtstag zu verdrängen versucht. Ihr Vater, Keith Jesperson (Dennis Quaid), ist der als „Happy Face“-Killer bekannte Serienmörder, der wegen seiner grauenhaften Taten in lebenslänglicher Haft sitzt.  

Paramount+ macht aus dem echten Fall um Melissa Moore, der bereits als True-Crime-Podcast 2018 sowie in der Autobiografie „Shattered Silence“ verarbeitet wurde, nun auch noch eine Streaming-Serie. Entwickelt wurde diese vom Ehepaar Robert und Michelle King, bekannt von „The Good Wife“, in Zusammenarbeit mit der realen Moore. Ab Freitag werden zum Start zwei der acht Episoden ausgestrahlt, danach folgt wöchentlich eine weitere. 

Realität und Fiktion

Melissa glaubt zu Beginn der Serie, ihre Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben, sie arbeitet als Make-up-Artist in der lokalen, fiktiven TV-Talkshow von Dr. Greg (David Harewood). Als Jesperson sich öffentlich mit weiteren Verbrechen, für die er nie belangt wurde, zu brüsten beginnt, rückt Melissa plötzlich ins Interesse der Show-Produzenten und sieht sich erneut mit ihrem Vater sowie seinen Machenschaften außerhalb des Gefängnisses konfrontiert. 

Je mehr Melissa in den Fall ihres Killervaters verstrickt wird, umso mehr nimmt die Thrillerkomponente der Serie zu, was zu einer Mischung aus Realität und Fiktion führt. Obwohl an Details von Jespersons grauenhaften Verbrechen nicht gespart wird, wirkt die allgemeine Atmosphäre oftmals eigenartig unbeschwert. Die Haltung der Serie zum True-Crime-Industriekomplex ist unentschieden. In den ersten Folgen ist unklar, ob es sich um eine Art Metasatire auf eine Industrie handelt, die privaten Schmerz zu Unterhaltungszwecken ausnutzt. Nichtsdestotrotz lieg auf jeden Fall auf den Opfern und der Frage, wie man damit umgeht, Tochter eines Menschen zu sein, der Furchtbares getan hat.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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