APA/DIETER NAGL
Der Kanadier stellt das Konzert ins Zeichen des Weltfriedens, der Internationalität (die ja in den Wiener Wurzeln des Walzers steckt) und der Frauen: Der Anteil an Komponistinnen, der heute gespielt wird, hat sich verdoppelt.
Okay, vielleicht nicht vom höchsten Niveau aus: 2025 war erstmals das Werk einer Frau beim Neujahrskonzert zu hören, heute gibt es zwei.
Falls der Jahreswechsel noch nachwirkt, hier zuerst die nötige Info auf einen Blick:
Um 11.15 Uhr beginnt das Neujahrskonzert 2026 der Wiener Philharmoniker.
Auf ORF 2 und Ö1 sind Sie dabei.
Das Prunkkonzert der Wiener Philharmoniker verspricht heuer einen freudvollen Start ins Jahr. Denn am Pult steht erstmals Yannick Nézet-Séguin – eine frische, flamboyante Figur im internationalen Dirigentenzirkus, dessen Begeisterungsfähigkeit für die Walzertradition ansteckend zu werden verspricht.
Ein Interview mit dem Dirigenten über Strauss, Publikumsschwund, Offenheit und Frauen am Pult lesen Sie hier.
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Der Kanadier stellt das Konzert ins Zeichen des Weltfriedens, der Internationalität (die ja in den Wiener Wurzeln des Walzers steckt) und der Frauen: Der Anteil an Komponistinnen, der heute gespielt wird, hat sich verdoppelt.
Okay, vielleicht nicht vom höchsten Niveau aus: 2025 war erstmals das Werk einer Frau beim Neujahrskonzert zu hören, heute gibt es zwei. (Die Kritik des Neujahrskonzerts 2025 zum Nachlesen gibt es hier.)
Einerseits die Polka „Sirenen Lieder“ von Josephine Weinlich (1848-1887). Das zweite ist mit Zusatz-Symbolik aufgeladen: Auf expliziten Wunsch von Nézet-Séguin wird der „Rainbow Waltz“ der Afroamerikanerin Florence Price (1887-1953) gespielt, eine Erinnerung daran, wie weitreichend die Wiener Tradition in die Welt hinaus wirkte:
„Es wird für so viele Menschen in der ganzen Welt wichtig sein, sich auch in dieser Wiener Tradition zu erkennen“, sagt der Dirigent. Das zentrale Thema des Programms sei, wie „wir die Tradition und zugleich die Unterschiede zwischen uns in Liebe respektieren können“, sagte Nézet-Séguin. Rund ein Drittel des heutigen Programms bestehe aus Neuheiten, aber „wir werden natürlich auch die Stücke respektieren, die die Menschen lieben“.
APA/DIETER NAGLFunkensprung
Nézet-Séguin will „zeigen, wie gewaltig groß diese Tradition ist“ und auch, wie andere Kulturen diese Musik beeinflusst haben. Dass er das heute, beim prominentesten Klassikevent überhaupt, tun kann, hat seine Wurzeln in der langjährigen Beziehung zum Orchester.
Anfangs, resümierte Vorstand Daniel Froschauer im Vorfeld, sprang der Funken nicht so recht über. 2022 aber fand man zusammen – und zwar in einer organisatorischen Notlage: Valery Gergiev sollte die Philharmoniker in der Carnegie Hall dirigieren, entschied sich aber für Russlandtreue und war demnach im Westen non grata. Die Philharmoniker standen ohne Dirigenten da. Nézet-Séguin, Musikchef der New Yorker Met, sprang ein, ohne das Programm zu ändern, und mit nur minimalen Proben. „Ich werde nie den Moment vergessen, als wir für das erste Konzert in der Carnegie Hall auf die Bühne gingen. Es war, als wäre eine große Last von uns genommen. Yannick machte Musik auf dem höchsten Niveau. Er war genau der Dirigent, nach dem wir gesucht hatten.“
APA/MAX SLOVENCIK
Es folgten das Sommernachtskonzert 2023 und nun das Neujahrskonzert – die „größte Ehre für einen Dirigenten“, wie Nézet-Séguin sagt. „Eigentlich darf man nicht einmal wagen, sich das zu wünschen. Aber der kleine Yannick hat sich das vor 40 Jahren in seinen Träumen vorgestellt, und nun bin ich hier!“, sagt er.
Und er spricht über die Freude darüber, „etwas zu machen, das den Menschen Hoffnung gibt“. Musik könne „alle Kulturen zusammenbringen“, und man versuche, „durch Musik Frieden in der Welt“ zu inspirieren. Denn „wenn wir die gleiche Musik hören, spüren wir, dass wir mehr …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



