
Während der Jugoslawienkriege wurde Kroatien mit Landminen verseucht. Heute gibt es immer noch rund 49 Quadratkilometer mit Minen und Blindgängern kontaminierte Gebiete.
Kroatien soll innerhalb eines Jahres minenfrei sein. Das kündigte der kroatische Innenminister Davor Božinović am Mittwoch an.
Als Zieldatum nannte er den 1. März 2026, berichtete die Nachrichtenagentur Hina.
Božinović: Das Ende der Minenräumung ist eine moralische Verpflichtung
Das kroatische Staatsgebiet wurde während der Jugoslawienkriege mit Landminen verseucht, 30 Jahre nach dem Ende des Kroatienkrieges (1991-1995) gibt es immer noch rund 49 Quadratkilometer mit Minen und Blindgängern kontaminierte Gebiete.
„Nach fast drei Jahrzehnten sorgfältiger und verantwortungsvoller Arbeit nähern wir uns dem Ziel, ein völlig minenfreies Land zu werden“, sagte Božinović im kroatischen Parlament bei der Präsentation eines Berichts über die Minenräumung im vergangenen Jahr. Das Ende der Minenräumung sei eine moralische Verpflichtung gegenüber den Kriegsopfern, den Minenräumern und jedem Kind, das ohne Angst vor Minen aufwachsen könne, sagte der Innenminister.
Seit Ende des Krieges gab es 207 Todesopfer durch Minen
Seit Kriegsende wurden mehr als 650 Menschen durch Minen verletzt, 207 davon tödlich. 6 Kinder seien gestorben, sagte Božinović. Er zeigte sich erfreut, dass es im vergangenen Jahr keinen einzigen Minenunfall gegeben habe.
Die Minenräumung hat laut dem Innenminister bisher mehr als 1 Milliarde Euro gekostet. Fast 70 Prozent der Kosten wurden vom kroatischen Staat finanziert, aus EU-Mitteln flossen rund 260 Millionen Euro in die Räumung.
Insgesamt 1.174 Quadratkilometer sind mit Minen verseucht
Erste Schätzungen nach Kriegsende gingen von 13.000 Quadratkilometern minenverdächtiger Gebiete aus, was fast einem Viertel der Landesfläche entspricht. Später reduzierte sich diese Zahl auf 1.174 Quadratkilometer. Landminen wurden von allen Kriegsparteien eingesetzt.
Die Minenräumung begann im Jahr 1996. Die verbliebenen minenverdächtigen Gebiete verteilen sich auf drei Gespanschaften und umfassen 16 Städte und Gemeinden. Nach Angaben des kroatischen Zivilschutzes werden dort mehr als 6.300 Minen vermutet.
Source:: Kurier.at – Politik