EU-Milliarden für Bodenschätze aus Europa – aber nicht aus Österreich

Politik

Mit großzügig geförderten Abbau-Projekten für Mineralien will die EU ihre Abhängigkeit von Rohstoffen für die Energiewende rasch reduzieren. Österreich geht dabei vorerst leer aus

Manche von ihnen, wie etwa Aluminium, oder Magnesium, sind seit Jahrzehnten Grundstoffe der Schwerindustrie, für andere wie Lithium oder Mangan konnten sich lange nur Experten begeistern – und die Seltenen Erden sind wohl nicht nur wegen ihres Namens für die meisten eher ein Rätsel als ein Rohstoff. Doch was alle diese Bodenschätze gemeinsam haben: Sie sind für die grüne Wende von Industrie und Energieproduktion unerlässlich und daher bedeutender denn je. Entsprechend groß ist der Ehrgeiz, mit dem sich die EU jetzt daran macht, diese und andere Mineralien in Europa zu fördern. Seit einem Jahr steht die EU-Verordnung für kritische Rohstoffe: 34 sind es insgesamt und bei fast allen ist Europa überwiegend von außereuropäischen Ländern abhängig, vor allem von China, das den Weltmarkt für diese Rohstoffe völlig dominiert. Was Lithium, Magnesium oder die Seltenen Erden betrifft, hängt der Kontinent derzeit sogar komplett von China ab. „Ohne diese Rohstoffe ist die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft nicht möglich“, macht der zuständige EU-Kommissar Stéphane Séjourné deutlich: „Sie stehen am Anfang unserer strategisch wichtigsten Lieferketten.“

Milliarden für Minen

Grund genug für Brüssel, um jetzt endlich Tempo zu machen – und das Problem mit den Bodenschätzen konkret anzugehen. 47 Abbau-Projekte in 13 EU-Mitgliedsländern hat die EU-Kommission aus mehr als 170 Einreichungen ausgewählt. Die sollen jetzt nicht nur mit insgesamt zwei Milliarden gefördert werden, sondern für sie werden auch alle Genehmigungsverfahren beschleunigt. Zu lange, betont Séjourné, seien in Europa keine Bergwerke mehr eröffnet worden – und das obwohl diese Rohstoffe mehr denn je gebraucht würden. Die Verfahren für Bergwerks-Projekte, die bisher durchschnittlich zehn Jahre gedauert haben, sollen auf zwei Jahre reduziert werden, bei der Verarbeitung dieser Rohstoffe soll es noch schneller gehen.

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Die Bergwerks-Pläne reichen vom Lithium-Abbau in Portugal bis zur Förderung Seltener Erden in Polen. Dazu kommen Projekte, bei denen diese Rohstoffe aus gebrauchten Industrieprodukten recycelt werden sollen, etwa aus Batterien. Bis 2030 sollen all diese Vorhaben auf vollen Touren laufen, damit das Ziel, das die EU-Kommission jetzt vorgegeben hat, erreicht wird: 10 Prozent der genannten Rohstoffe sollen in Minen in Europa gefördert werden, 25 Prozent des Bedarfs sollen aus dem Recycling kommen.

Kein Lithium aus Kärnten

Quer durch Europa sind die Projekte zu finden, die meisten in Ländern wie Portugal, Spanien, oder Frankreich. Österreich geht leer aus. Kein einziges heimisches Bergbau-oder Verarbeitungsprojekt ist unter den 47, die jetzt von der EU vorangetrieben und mit Milliarden gefördert werden.

Überraschend, denn Dreh- und Angelpunkt dieser EU-Bodenschätze-Offensive ist das Metall Lithium. Es ist der Grundbaustein für die Produktion von Batterien für Elektro-Fahrzeuge. China hat die Europäer bei der Batterieproduktion hinter sich gelassen, mengenmäßig und technologisch. Erst langsam kommt die europäische Batterie-Produktion in Schwung, etwa in Ungarn – und auch da mit Investoren aus China. Dabei, so betont der EU-Kommissar, wolle man nicht „in Zukunft von Lithium aus China abhängig sein, wie bisher von russischem Gas“.

„European Lithium“ heißt das Abbau-Projekt auf der Koralpe in Kärnten, das immer wieder in den vergangenen Jahren für …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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