Haiders „Ur-Buberl“ muss in Haft: Was hat Walter Meischberger geleistet?

Politik

Textilhändler, Medienmacher, Berater und der wohl „bekannteste Trauzeuge Österreichs“: Walter Meischberger im Porträt.

Er ist jener Mann, der mit seiner legendären Frage gleichsam die Überschrift für den größten Korruptionsprozess in der österreichischen Justizgeschichte lieferte. „Wo woar mei Leistung?“, fragte Walter Meischberger sich und seinen Freund, Karl-Heinz Grasser, seines Zeichens ehemaliger Finanzminister Österreichs, im Jänner 2010.

Beide wurden 2020 im aufsehenerregenden Buwog-Prozess verurteilt. Meischberger zu sieben Jahren. Richterin Marion Hohenecker sah es als erwiesen, dass sich Meischberger um eine „Errichtung eines der Verschleierung dienenden Vertragswerkes zur diskreten Abwicklung der Provisionszahlungen bemüht“  hatte, Grasser dabei „psychischen Rückhalt“ gab. „Für den Senat stand daher mit der für einen Schuldspruch erforderlichen Sicherheit fest, dass nur der Angeklagte (…) Grasser als Informant von (…) Meischberger über die vermeintlich ausschöpfbare Obergrenze der CA Immobilien Anlagen AG von € 960 Millionen in Frage kam.“ 

Meischberger wurde auch in der Telekom/Valora-Causa schuldig gesprochen. Verurteilt wurde Meischberger also für: Beweismittelfälschung, Untreue, Geschenkannahme, Bestechung, Geldwäscherei, schwerer Betrug. Strafe: Sieben Jahre Haft. 

Erschüttert lief Meischberger 2020 aus dem Gerichtssaal – ohne zu hören, dass er in der Causa Villa – ihm wurde vorgeworfen, den Verkauf seiner Villa hinausgezögert zu und falsche Angaben gemacht zu haben – freigesprochen wurde. Meischberger ging – wie seine Co-Angeklagten – in Berufung. 

Der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigte am 25. März 2025 das Urteil des Schöffensenats aus dem Jahr 2020 – halbierte aber die Strafzeit auf dreieinhalb Jahre. Als Grund dafür nannte der OGH die „exorbitante Verfahrensdauer“ (16 Jahre). 

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Berühmteste Trauzeuge der Welt

Seit 2009 ermittelte die Justiz wegen der Provisionszahlungen, die beim Buwog-Verkauf und in der Causa Terminal Tower an den gelernten Heizungstechniker und Haider-Vertrauten geflossen waren.

2017 sagte Meischberger erstmals im Buwog-Prozess aus. Zeit genug, um sich über die berühmte Leistung Gedanken zu machen. Meischbergers Antwort am 29. Prozesstag: Er habe sich vor allem in seiner Funktion als „strategischer Berater“ ausgezeichnet – eine Tätigkeit, die auch nicht jeder ausüben könne. Dass er im Zuge der Buwog-Causa  immer wieder als „Trauzeuge“ Grassers tituliert werde, stört da offenbar. „Das ist bei mir wie eine Berufsbezeichnung“, sagte Meischberger am Donnerstag. „Ich bin der berühmteste Trauzeuge weltweit.“

Dabei brauche es als Berater Kommunikationsfähigkeit, Empathie, und ein großes Netz an Kontakten zu wichtigen und mächtigen Leuten – in Meischbergers Fall sind das, so die Vermutung, durchwegs jene Freiheitlichen, die unter der Regierung Schüssel I im Jahr 2000 an die Macht kamen. 

„Ur-Buberl“ und Korruption

Meischberger lernte Gernot Rumpold auf der HTL Pinkfeld kennen, wo er zum Heizung, Sanitär- und Klimatechniker ausgebildet wurde. 1987 lernte Meischberger dann den FPÖ-Chef Jörg Haider kennen, wird in der FPÖ politisch aktiv. Zunächst wurde er Ortsgruppenobmann der FPÖ in Kematen. Von 1988 bis 1991 war er Landesgeneralsekretär der FP-Tirol. Dann kam seine Zeit an den Schalthebeln der FPÖ: Von 1989 bis 1990 war er Bundesgeschäftsführer, von 1990 bis 1995 Generalsekretär. Es war dies die Blütezeit der sogenannten „Buberlpartie“ – mit u.a. Karl-Heinz Grasser, Mathias Reichhold, Gernot Rumpold, Peter Westenthaler und – als „Mäderlbeitrag“ …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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