Israel greift nach Raketenbeschuss Hisbollah im Libanon an

Politik

Mehrere Tote im Libanon. Israel fing nach eigenen Angaben drei Raketen aus dem Libanon ab. Libanesischer Ministerpräsident warnt vor „neuem Krieg“. Tausende Israelis protestieren in Tel Aviv gegen Netanjahu.

Rund vier Monate nach Beginn einer Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel kommt es auf beiden Seiten der Grenze wieder zu Beschuss. Das israelische Militär fing nach eigenen Angaben drei Raketen aus dem Libanon im Norden Israels ab. Zuvor seien in der nordisraelischen Stadt Metula die Warnsirenen zu hören gewesen. Israels Militär griff daraufhin nach libanesischen Angaben mehrere Orte im südlichen Libanon an.

Die Armee erklärte, gegen Stellungen der Hisbollah-Miliz vorzugehen. Im Libanon wurden durch israelischen Beschuss am Samstag zu Mittag nach offiziellen Angaben mindestens fünf Menschen getötet, darunter ein junges Mädchen, und mindestens elf Menschen verletzt. Israels Militär griff der libanesischen Staatsagentur NNA zufolge mehrere Orte mit Artillerie, Panzern und Maschinengewehren an, Kampfjets flogen über dem Gebiet. Der Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar berichtete von mehr als 20 Luftangriffen im Süden.

APA/AFP/KAWNAT HAJU

Zerstörte Autos am Samstag im Libanon.

In Israel gab es zunächst keine Berichte über Schäden oder Verletzte. Die Hisbollah bestritt, für die Raketenangriffe dort verantwortlich zu sein. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es dagegen, es seien die ersten Angriffe der Miliz auf Israel seit Beginn der bestehenden Waffenruhe Ende November.

Am Samstagabend teilte das israelische Militär mit, weitere Ziele der Hisbollah-Miliz angegriffen zu haben. Diese konzentrierten sich nach libanesischen Angaben insbesondere auf den Süden und Osten des Landes, auch die Küstenstadt Tyros war betroffen. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums ist dort ein Mensch getötet worden, sieben Menschen wurden demnach außerdem verletzt. Bei den beiden Wellen von israelischen Angriffen vom Samstag sind somit mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.

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„Extrem fragile Situation“

Nachdem zuletzt mit einer israelischen Offensive im Gazastreifen die Waffenruhe mit der islamistischen Hamas faktisch endete, wachsen nun auch Sorgen vor einer neuen Zuspitzung im israelisch-libanesischen Grenzgebiet. Die UNO-Mission UNIFIL sprach von einer „extrem fragilen Situation“ und warnte vor einer neuen Eskalation der Gewalt.

Nach UNIFIL-Darstellung wurden am Morgen zunächst vier Geschosse aus dem Libanon auf Israel gefeuert. Daraufhin habe Israels Armee mit Angriffen im Libanon reagiert. Auch Österreich ist an der UNIFIL-Mission beteiligt.

Israel beschießt Hisbollah-Ziele

Israels Generalstabschef Eyal Zamir teilte mit, Israel werde entschlossen auf die Raketenangriffe reagieren. Der Libanon trage die Verantwortung für die Einhaltung der eigentlich seit November geltenden Waffenruhe, hieß es weiter.

Kurz darauf griff das israelische Militär Hisbollah-Stellungen im Süden des Nachbarlandes an. Ziel seien Dutzende Raketenabschussrampen sowie ein Kommandoposten der Miliz gewesen, teilte die Armee mit. Zuvor hatten Regierungschef Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz das Militär laut einer Mitteilung angewiesen, „Dutzende Terrorziele“ anzugreifen.

Hisbollah bestreitet Verantwortung für Raketenangriffe

Die Hisbollah bestritt, für die Raketenangriffe verantwortlich zu sein, und wies auch gegenüber dem libanesischen Präsidenten Josef Aoun und Ministerpräsident Nauaf Salam eine Verantwortung von sich. „Die Behauptungen des israelischen Feinds sind nur Vorwände, um dessen anhaltende Aggression gegen den Libanon zu rechtfertigen“, teilte die Miliz mit. Die Hisbollah sei der Waffenruhe weiter verpflichtet.

Die libanesische Armee entdeckte nach einer Suche im Süden drei einfache Holzvorrichtungen zum Abschuss von Raketen. Die Soldaten hätten diese zerlegt, teilte die …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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