
Nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet hat die Armee eine Evakuierungsanordnung an die Bewohner eines Teilgebiets im Norden Gazas veröffentlicht.
„An alle, die sich im Gebiet von Jabalia aufhalten: Dies ist eine Warnung vor einem Angriff“, schrieb der für die arabischsprachige Öffentlichkeit zuständige israelische Armeesprecher Avichai Adraee.
Zuvor hatte die israelische Luftabwehr die Geschosse aus dem Gazastreifen abgefangen.
Er warf „Terrororganisationen“ im Gazastreifen vor, „erneut in besiedelte Gebiete zurückgekehrt zu sein, um von dort aus Raketen abzufeuern“. Die islamistischen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Jihad hatten sich zuvor dazu bekannt, Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert zu haben.
Israel fängt Rakete aus dem Jemen ab
In der Nacht auf Dienstag fing Israel nach eigenen Angaben eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete ab. Ein Sprecher der jemenitischen Houthi-Rebellen sagte dazu im Fernsehen, die Houthi hätten zwei ballistische Raketen in Richtung des Ben-Gurion-Flughafens in der Nähe von Tel Aviv abgefeuert.
Außerdem habe man den US-Flugzeugträger Truman mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. In Tel Aviv, Jerusalem und anderen Teilen Israels heulten die Alarmsirenen. Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen hatten nach US-Angriffen auf Ziele im Jemen eine Eskalation ihrer Angriffe auf Schiffe im Roten Meer und in Israel angekündigt.
EU-Außenbeauftragte warnt vor Lageverschärfung
Unterdessen attackierte Israel zwei Militärbasen in Syrien. Die beiden Anlagen sollen sich in der Region Homs befinden.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat vor einer weiteren Verschärfung der Lage infolge israelischer Angriffe in Syrien und im Libanon gewarnt. Militärische Maßnahmen müssten „verhältnismäßig“ sein, sagte Kallas in Jerusalem bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Außenminister Gideon Saar. „Die israelischen Angriffe auf Syrien und den Libanon bergen die Gefahr einer weiteren Eskalation“, warnte sie.
APA/AFP/BASHAR TALEB
Die EU vertrete die Ansicht, „dass diese Maßnahmen unnötig sind, weil Syrien Israel im Moment nicht angreift und dies zu einer weiteren Radikalisierung führt, die sich auch gegen Israel richtet“.
Luftangriffe gegen Waffenlager in Syrien
Bei mehreren Wellen von israelischen Luftangriffen auf den Südlibanon kamen am Wochenende laut Libanons staatlicher Nachrichtenagentur ANI mehrere Menschen ums Leben. Auch ein Funktionär der Hisbollah wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen bei einem Angriff getroffen.
Seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Bashar al-Assad im vergangenen Dezember hat Israel hunderte Luftangriffe in Syrien geflogen, um die Waffenbestände zu zerstören. Es will dadurch nach eigenen Angaben verhindern, dass strategische Waffen in feindliche Hände fallen, darunter die neuen islamistischen Machthaber in Damaskus.
Source:: Kurier.at – Politik