Mandelsons Festnahme bringt Premier Starmer weiter in Bedrängnis

Politik

Nun geht es Schlag auf Schlag. Nur vier Tage, nachdem Polizeibeamte am königlichen Sandringham Estate in Ostengland den Königsbruder Andrew Mountbatten-Windsor festnahmen, brachten Zivilbeamte das nächste Mitglied der britischen Elite in Gewahrsam. Montagnachmittag wurde der frühere Wirtschafts-Staatssekretär und zuletzt britische Botschafter in den USA, Peter Mandelson, von Zivilbeamten aus seinem Stadthaus in Camden zur Londoner Polizeistation Wandsworth eskortiert. 

Scotland Yard hatte zu Monatsbeginn Ermittlungen aufgenommen, nachdem das US-Justizministerium Ende Jänner drei Millionen Seiten aus der Kommunikation des verurteilten und 2019 verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht hatte.

Darin scheint etwa ein eMail von 2009 anzudeuten, dass Mandelson die Einschätzung eines Beraters des früheren englischen Labour-Premierministers Gordon Brown an Epstein weitergeleitet hat. Ebenso dürfte Mandelson Epstein 2010 über ein Euro-Rettungspaket vorzeitig informiert haben. 

Mandelson hat stets bestritten, kriminell oder zu seinem eigenen finanziellen Nutzen gehandelt zu haben.  

Gegen Kaution freigelassen

Nach neunstündiger Befragung kam der 72-Jährige in den frühen Morgenstunden des Dienstags in einem schwarzen Taxi wieder an seinem Londoner Zuhause an. Er wurde gegen Kaution freigelassen; weitere Details könnte die Metropolitan Police zum derzeitigen Zeitpunkt nicht kommunizieren.

Doch der Moment wird auch zur Bewährungsprobe für den britischen Premierminister.

Keir Starmer hatte Mandelson  bereits im September seines Amts als britischen Botschafters in Washington enthoben. Doch schon bei der Kündigung kam die Frage auf, wieso Starmer Mandelson überhaupt in dieses Amt gehoben hatte. 

Starmer in der Bredouille

Auf Nachfrage der konservativen Oppositionschefin Kemi Badenoch musste Starmer Anfang Februar einräumen, dass er vor der Bestellung von Mandelsons fortlaufender Freundschaft mit Epstein Bescheid wusste. 

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„Zu sehen“, meine Badenoch nun, „wie der Mann, den er (Keir Starmer, Anm.) in die höchste Position unseres diplomatischen Dienstes berufen hat, von der Polizei verhaftet wird, ist ein Bild, das uns meiner Meinung nach noch viele, viele Jahre begleiten wird.“

Drei Viertel der Briten denken laut YouGov mittlerweile negativ über den amtierenden Premierminister. Einzig die kurzzeitige Landeschefin Liz Truss hatte eine ebenso geringe Wertschätzung.

Andrew muss weiter schwitzen

Unterdessen dürfte auch Ex-Prinz Andrew weiter ins Schwitzen kommen. Bereits am Montag gab der australische Premierminister Anthony Albanese seine Zustimmung, Andrew aus der Thronfolge zu entfernen. Während König Charles seinem Bruder im Oktober seine Titel und Ämter entzogen hatte, ist Andrew Mountbatten-Windsor weiter der achte in der Thronfolge. Um die Thronfolge zu ändern, braucht es einen Entschluss im Parlament und die Zustimmung der Commonwealth-Länder. 

Am Dienstag brachten die Liberaldemokraten in einer „bescheidenen Anrede“ (so der offizielle Wortlaut) den Antrag ein, die Dokumente zu Andrews Bestellung als Handelsdelegierten 2001 öffentlich zu machen. 

Kritik an Mitgliedern der eigenen Königsfamilie ist im britischen Parlament eigentlich nur unter bestimmten Umständen zulässig. Aber da Andrew Mountbatten-Windsor kein aktives Mitglied der Familie mehr ist, dürften Kommentare zu seinen Handlungen nun erlaubt sein.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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