Nach Brand in Crans-Montana: Nationaler Trauertag in Schweiz am 9. Jänner

Politik

Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana in der Schweiz plant der Bund gemeinsam mit den Kirchen des Landes für Freitag (9. Jänner) einen nationalen Trauertag. Das gab Bundespräsident Guy Parmelin in einem Interview mit dem SonntagsBlick bekannt. Bei der Katastrophe brannte in der Nacht auf den Neujahrstag eine Bar ab. Mindestens 40 Tote sind zu beklagen, 119 Personen erlitten überwiegend schwere Brandverletzungen.

Viele junge Menschen konnten sich nicht mehr oder nur schwer verletzt nach draußen retten. Gegen die Betreiber des Lokals in Crans-Montana wurden Ermittlungen eingeleitet. Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen.

Glocken und Schweigen

Als ein weiteres Zeichen der nationalen Verbundenheit sollen laut dem Schweizer Bundespräsidenten Parmelin am Freitag um 14.00 Uhr in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken läuten. Zudem sei zu diesem Zeitpunkt eine Schweigeminute vorgesehen, sagte das Staatsoberhaupt in dem am Sonntag veröffentlichten Interview. „In diesem Moment der Einkehr können alle Menschen in der Schweiz persönlich der Opfer der Katastrophe gedenken“, sagte er.

Die Schweigeminute und das Läuten der Kirchenglocken sollen gleichzeitig mit Beginn der Trauerfeier in Crans-Montana erfolgen. Am 9. Jänner ist in der Walliser Gemeinde eine offizielle Gedenkzeremonie für die Opfer, ihre Angehörigen und die breitere Öffentlichkeit vorgesehen, schrieb die Gemeinde auf ihrer Webseite.

Strafverfahren gegen Bartbetreiber

Die Ermittlungen laufen gegen die Betreiber der Bar. Erste Untersuchungen hätten „zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen die beiden Betreiber des Lokals geführt“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis am Samstag mit. Gegen sie werde wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung ermittelt, erklärten die Ermittlungsbehörden. Den Ermittlern zufolge wurde die Feuersbrunst offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Zimmerdecke gehalten wurden.

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Das Feuer war in der Silvesternacht ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen in der Bar „Le Constellation“ ins neue Jahr feierten. Bis Samstag wurden die ersten Todesopfer identifiziert und ihren Angehörigen übergeben. Laut Polizei handelt es sich um die sterblichen Überreste von acht Menschen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren aus der Schweiz. Italienische Medien berichteten zudem, dass auch drei italienische Staatsbürger unter den Toten identifiziert worden seien. Insgesamt wurden also elf erste Todesopfer identifiziert. Österreichische wurden bisher nicht gemeldet.

Bangen unter Angehörigen – Schwierige Identifizierung

Einige Familien bangen noch immer um ihre vermissten Kinder. Auch einige Verletzte konnten noch nicht identifiziert werden. Viele Opfer erlitten schwerste Brandverletzungen, die in Spezialkliniken behandelt werden müssen.

Im Zentrum des Skiorts Crans-Montana versammelten sich am Samstag immer wieder Menschen nahe des Unglücksorts und legten Blumen, Briefe, Kerzen und Plüschtiere als Zeichen der Anteilnahme für die Opfer und ihre Familien nieder. Der Schock über die „unermessliche Tragödie“ sitze tief, sagte der Schweizer Justizminister Beat Jans bei einem Besuch am Unglücksort. Die Justiz werde alles tun, um die Verantwortung für die Katastrophe zu klären.

Der für die Gesundheitspolitik in der italienischen Region Lombardei verantwortliche Guido Bertolaso schilderte die Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Schwerbrandverletzten: „Warum können wir sie nicht identifizieren? Weil ihre Gesichter vollständig verbunden sind. Wir können die Bandagen nicht entfernen, um sie zu erkennen. Sie sind intubiert und können deshalb nicht sprechen.“

Für die …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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