
Eine Woche nach Bekanntwerden der „Chat-Affäre“ bietet der Nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten die nächste Sicherheitslücke: Er soll seinen privaten Gmail-Account für Regierungsinformationen nutzen.
Mike Waltz, der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, lässt momentan kein Fettnäpchen und keine Sicherheitslücke aus.
Erst vor einer Woche war die sogenannte „Chat-Affäre“ publik geworden: Waltz hatte offenbar unbeabsichtigt einen Journalisten – Jeffrey Goldberg, Chefredakteur des Atlantic – zu einer regierungsinternen Chat-Gruppe auf dem Nachrichtendienst Signal hinzugefügt, in der militärische Angriffspläne besprochen wurden. Goldberg veröffentlichte anschließend den Inhalt der Chats.
Nun berichtet die Washington Post, dass Waltz und seine Mitarbeiter in einigen Fällen statt verschlüsselter Mails den weit verbreiteten Google-Dienst Gmail nutzen. Die Zeitung verwies darauf, dass Gmail deutlich unsicherer für Regierungsinformationen sei als die verschlüsselte Messenger-App Signal, die ihrerseits bereits als Sicherheitsrisiko für die Besprechung geheimer Regierungsinformationen gilt.
Ein hochrangiger Waltz-Mitarbeiter im Nationalen Sicherheitsrat NSC nutzte demnach den kommerziellen E-Mail-Dienst für Absprachen mit Kollegen in anderen Regierungsbehörden, bei denen es um militärische Positionen und leistungsstarke Waffensysteme im Zusammenhang mit einem laufenden Konflikt gegangen sei.
Waltz selbst habe weniger geheime Informationen über sein privates Gmail-Nutzerkonto geschickt, aber dennoch nicht unbedenkliche Angaben, etwa seinen Terminplan oder Arbeitsdokumente, berichtete die Zeitung. Der NSC-Sprecher sagte der „Washington Post“, er habe keine Hinweise, dass Waltz seine persönliche E-Mail für solche Zwecke benutzt habe.
Trump überlegte, Waltz bereits nach der Chat-Affäre zu feuern
Die Zeitung verweist auf ungenannte Quellen in der Abteilung und berichtet, sie habe entsprechende Mails teilweise vorliegen. Waltz steckt damit tief in der Krise: Er hatte zuvor bereits zugegeben, dass er es war, der versehentlich Angriffspläne auf die Houthi-Rebellen im Jemen mit Atlantic-Chefredakteur Goldberg geteilt hatte.
Öffentlich hatte sich Trump mehrfach hinter die Mitglieder der Chatgruppe gestellt, doch die „New York Times“ hatte berichtet, dass er nicht so fest zu seinem Sicherheitsberater stehe, wie er öffentlich behaupte. „Soll ich ihn feuern?“, soll er seine Berater gefragt haben.
Source:: Kurier.at – Politik