Öl-Giganten stellen sich gegen Trumps Venezuela-Pläne

Politik
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Die Einladung konnte niemand ausschlagen, zumal das Treffen live im TV lief: Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump die CEOs der 20 größten US-Ölkonzerne ins Weiße Haus gebeten, um ihnen seine Wünsche in Sachen Venezuela mitzuteilen. „Wir werden entscheiden, welche Ölkonzerne zugelassen werden“, sagte er.

Was gönnerhaft aussah, entwickelte sich dann aber eher zum Bumerang. Nach der Verhaftung von Machthaber Maduro hatte Trump angekündigt, die venezolanische Ölindustrie übernehmen zu wollen. Nun wollen aber Ölriesen wie etwa ExxonMobil, deren Anlagen vor Jahren in Venezuela beschlagnahmt worden waren, da nicht mitziehen. CEO Darren Woods sagte, man könne „in dem Land nicht investieren“, wenn sich die Gesetze nicht grundlegend änderten.

Auch von Sicherheitsgarantien der US-Regierung war die Rede – unter Maduros Vorgänger Hugo Chavez waren viele US-Ölgiganten enteignet und nie entschädigt worden.

Dass Exxon als größte US-Ölfirma Trump in den Rücken fällt, hat Gewicht. Der Konzern hat dessen Wahlkampagnen stets massiv unterstützt, in seiner ersten Amtszeit machte der US-Präsident mit Rex Tillerson sogar einen ehemaligen Exxon-CEO zu seinem Außenminister.

Druck und Gegendruck

Trump reagierte auf den Gegenwind darum mit Gegendruck: „Wenn Sie nicht mitmachen wollen, sagen Sie mir Bescheid, ich habe 25 Leute, die bereit wären, Ihren Platz einzunehmen“, sagte Trump zu den Anwesenden.

Das ist eine offene Drohung – und wäre nicht das erste Mal, das Trump sich in die Geschicke privater Firmen einmischt. Vergangenes Jahr befand er, der CEO von Intel sei zu China-freundlich. Lip-Bu Tan, gebürtig aus Malaysia, kam zum Leviten-Lesen ins Weiße Haus und gab sich reuig.

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APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

Exxon-Mobile-CEO Darren Woods

Bürger unzufrieden

Denselben Ton schlug Trump zuletzt auch gegenüber der boomenden Rüstungswirtschaft an, die er für ihre Dividendenausschüttungen und „exorbitanten“ Vergütungspakete für CEOs an den Pranger stellte. Auch diese Branche ist traditionell unter Trumps Großspendern.

Der scharfe Ton gegenüber seinen wirtschaftlichen Verbündeten mag daran liegen, dass die US-Bürger immer unzufriedener mit Trumps Wirtschaftspolitik werden; mit 36 Prozent liegt die Zustimmung auf dem tiefsten Wert seit 2020. Der Grund dafür sind die massiv steigenden Preise, die das Leben vieler Amerikaner immer unleistbarer machen.

Die Ölausbeutung in Venezuela hätte diese Spirale verlangsamen sollen, weil Trump mit dem Mehrertrag zumindest den Ölpreis gering halten will. Da beißt sich die Katze aber in den Schwanz: Die Ölgiganten wehren sich gerade deshalb gegen Investments, weil die sich mit geringen Ölpreisen nicht rechnen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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