Trotz Verbot: Hunderte Menschen zeigten Faschisten-Gruß

Politik

Hunderte Menschen haben am Mittwochabend bei einer neofaschistischen Veranstaltung in Rom ihre rechten Arme in die Höhe gestreckt und den Faschisten-Gruß gezeigt. Die Geste ist in Italien als „Saluto romano“ (römischer Gruß) bekannt. Obwohl sie in Italien verboten ist, wird sie bei Zusammenkünften von Neofaschisten immer wieder gezeigt. Die Menschen fanden sich am Jahrestag der sogenannten Acca-Larentia-Morde zusammen.

Vorfall löste bei Linksparteien große Empörung aus

In der Via Acca Larentia im südlichen Teil Roms hatten Linksterroristen am 7. Jänner 1978 zwei junge Neofaschisten erschossen, ein dritter starb später. Seitdem finden jährlich Gedenkfeiern vor dem ehemaligen Sitz des neofaschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI), einer von Faschisten und Mussolini-Getreuen gegründeten Bewegung, statt.

Auf Videos, die im Internet kursieren, ist zu sehen, wie großteils schwarz gekleidete Menschen auf den Ruf „Für alle gefallenen Kameraden“ mit dem Zuruf „Presente!“ (zu Deutsch: anwesend) antworten und dabei ihre rechten Arme zum Faschisten-Gruß in die Höhe strecken. Der Gruß wurde drei Mal wiederholt. Der Vorfall löste bei Linksparteien große Empörung aus.

In der Nacht auf Mittwoch wurden vier Aktivisten der Jugendorganisation der rechten Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens) von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bei einer Plakataktion für den Jahrestag der Morde in der Via Acca Larentia angegriffen. Sie mussten im Spital behandelt werden. Die Täter, die die Aktivisten mit Eisenstangen und Messern angriffen, sind unbekannt.

Meloni kritisierte Gewalt

Meloni schrieb anlässlich des Jahrestages in den sozialen Medien: „Wenn Dissens zur Aggression wird, wenn eine Idee mit Gewalt zum Schweigen gebracht wird, verliert die Demokratie. Immer.“ Politische Gewalt sei in jeder ihrer Formen eine Niederlage, schrieb sie weiter.

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Seit ihrem Amtsantritt im Oktober 2022 bemüht sich die italienische Meloni, sich als proeuropäische Staatsfrau zu profilieren, obwohl ihre politischen Wurzeln in der rechtsextremen Szene zu finden sind. Mit 15 Jahren trat die gebürtige Römerin der Jugendbewegung des neofaschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI) bei.

Später sammelte sie politische Erfahrung bei der Nachfolgepartei Alleanza Nazionale von Gianfranco Fini, einem langjährigen Verbündeten Silvio Berlusconis. 2008 wurde sie in der Regierung Berlusconi im Alter von 31 Jahren Jugend- und Sportministerin und damit zur jüngsten Ministerin in der Geschichte Italiens.

Seit 2014 steht Meloni an der Spitze der 2013 gegründeten „Brüder Italiens“. Der Partei-Name stammt aus der Anfangsstrophe der italienischen Nationalhymne „Fratelli d’Italia“ und unterstreicht die patriotische Ausrichtung der Partei. Zu Melonis Sympathisanten zählen immer noch viele Nostalgiker des faschistischen Diktators Benito Mussolini.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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