
Damals Anfang Dezember, als das Osloer Nobelkomitee seinen Preis nicht Donald Trump verlieh, war das weltweite Aufatmen hörbar. Zu seltsam wäre es gewesen, dem US-Präsidenten, der eine unübersehbare Mitverantwortung für den Kapitolsturm 2020 trägt, die wichtigste Friedensauszeichnung zuzuerkennen.
Jetzt könnte Trump die Medaille mit dem Konterfei Alfred Nobels trotzdem bekommen, auch wenn sie ihm nicht zusteht. Die venezolanische Oppositionelle María Corina Machado, Preisträgerin des Jahres 2025, überlegt sie dem US-Präsidenten bei einem Besuch kommende Woche zu geben. Sie gebühre ihm als „Auszeichnung“ für seine „historischen“ Verdienste in ihrem Heimatland, sagte sie – sprich die Inhaftierung von Machthaber Nicolas Maduro vor Kurzem.
Eine Übertragung ist laut Nobelinstitut zwar nicht rechtens – „ein Nobelpreis kann weder widerrufen, geteilt noch auf andere übertragen werden“, ließ man auf der Homepage anlässlich der Möglichkeit einer Weitergabe veröffentlichen. Trump stört sich an solchen Limitationen aber bekanntlich wenig. „Es wäre eine große Ehre“, sagte Trump nun zu Fox-Moderator Sean Hannity. Es sei ohnehin „eine große Schande für Norwegen“, dass er die Auszeichnung nicht gleich erhalten habe. Schon damals hatte Machado den Preis übrigens „dem leidenden Volk Venezuelas und Präsident Trump“ gewidmet.
APA/AFP/ODD ANDERSEN
Die venezolanische Oppositionelle María Corina Machado.
„Ihr fehlt der Respekt“
Trump selbst ging mit Machado nach der Festnahme Maduros jedoch nicht sonderlich wertschätzend um. „Sie ist eine sehr nette Frau, aber ihr fehlt der Respekt der Bevölkerung“, sagte er bei einer Pressekonferenz nach der Aktion. Das reiche nicht, um schnell nach Venezuela zurückzukehren und die Macht zu übernehmen.
Seine eigenen Mitarbeiter sahen den Grund für seine Reserviertheit im Neid auf ihre Auszeichnung, sagten sie anonym zur Washington Post. „Hätte sie abgelehnt, wäre sie heute Präsidentin Venezuelas“, hieß es dort.
Source:: Kurier.at – Politik



