
Die zweifache Olympiasiegerin Anna Gasser sagt dem Snowboard-Weltcup wohl „adieu“. Und das tut sie mit einer Podiumsplatzierung beim Heimweltcup in Flachauwinkl. Wie es nun genau weitergeht, wollte die 34-jährige Kärntnerin in Ruhe entscheiden, wenn der Trubel der Olympiasaison vorbei ist.
Verschmelzende Snowboard-Welten
Der AbsolutPark in Flachauwinkl, der für die meisten der Top-Fahrerinnen und -Fahrer in der Snowboardwelt ein regelmäßiger Trainingsort ist, lud schon die ganze vergangene Woche zum Frühlings-Stelldichein. Seit dem Vorjahr gastiert auch der Weltcup dort, während seit Jahrzehnten der „Spring Battle“ dort für die unabhängige Snowboardszene als Fixpunkt gilt. Die Idee, beide Welten verschmelzen zu lassen, hat schon im letzten Jahr gut funktioniert.
Die 120 Athleten und Athletinnen starteten mit dem ersten Part, dem Spring Battle, bei wechselnden Wetterverhältnissen aus tiefstem Winter und Sonnenschein mit weichem Schnee. Somit waren alle taktisch enorm gefordert, zum richtigen Zeitpunkt einen perfekten Run abzuliefern.
Während Anna Gasser mit dem zweiten Platz im Weltcup einen versöhnlichen Abschluss bildete, gewann die Britin Mia Brooks auf allen Ebenen. Bereits am Dienstag jubelte sie über den Sieg beim Rail Jam, danach gewann sie souverän den – über vier Tage gehenden – Spring Battle und heute den Weltcup-Slopestyle.
Gassers Meilensteine
Anna Gasser hatte bereits vor den Olympischen Spielen angekündigt, dem wettkampfmäßigen Snowboarden in dieser Form früher oder später den Rücken kehren zu wollen und sich auf andere Projekte in ihrem facettenreichen Sport zu konzentrieren.
Die mittlerweile 34-Jährige hat über mehr als ein Jahrzehnt gezeigt, wie konkurrenzfähig sie ist. Das zeigte sie auf diversen Ebenen mit Olympiagold 2018 und 2022, zwei WM-Titeln, 13 Weltcup-Siegen (33 Podestplätze bei 45 Weltcup-Starts) und fünf X-Games-Goldmedaillen. Bei den Olympischen Spielen war sie von Beginn der Bewerbe Slopestyle (2014) und Big Air (2018) immer vorne mit dabei und hat im Snowboardsport immer wieder neue Maßstäbe gesetzt.
2013 gelang ihr als erster Frau der Cab Double Cork 900 (verkehrt angefahrene zweieinhalbfache Drehung um die eigene Achse, zweimal über Kopf).
2017 gewann sie bei der WM in der Sierra Nevada Gold im Big Air mit einem erstmals gezeigten Backside Double Cork 1080 (dreifache Drehung um die eigene Achse, zweimal über Kopf). Sie bekam dafür die Höchstpunktezahl 100.
2018 folgte das erste Olympiagold im erstmals ausgetragenen Big Air.
Ein halbes Jahr später zeigte sie erstmals den Cab Triple Underflip 1260 (rückwärts angefahrener dreifacher Rückwärtssalto mit halber Drehung).
2022 bestätigte sie im olympischen Big Air von Peking ihren Olympiasieg. Diesmal mit einem Cab Double Cork 1260 (rückwärts angefahrene dreieinhalbfache Drehung, zweimal über Kopf).
2026 erreichte sie sowohl im Big Air, als auch im Slopestyle das Finale und wurde Achte bzw. Zehnte. Das alles mit 34 Jahren, während der Rest des Feldes mindestens 10 Jahre jünger ist.
„Neue, kreativere Challenges“
„Einer meiner größten Erfolge ist, dass ich über so viele Jahre diese Konstanz beibehalten konnte“, sagte Anna Gasser nach ihrem vielleicht letzten Weltcup-Auftritt, 13 Jahre nach ihrem Debüt. Das Weltcupfinale kommende Woche in Silvaplana wird die zweifache Olympiasiegerin auslassen.
„Nach dieser schwierigen Saison freue ich mich auf das Snowboarden für mich selber. Ich habe nach Olympia wieder gespürt, für was ich das hier alles mache. Ich will die Saison mit neuen kreativen Challenges ausklingen …read more
Source:: Kurier.at – Sport



