
Der Vorsitzende des Wahlausschusses und sein Stellvertreter sind schweigsam. Sind die bisherigen Kandidaten nicht gut genug?
Damit hatte am Freitagabend niemand gerechnet. Während das ÖFB-Präsidium zunächst über fünf Stunden über die Zukunft der Regionalligen und die Strukturreform debattierte, ging es in der anschließenden Sitzung des Wahlausschusses ganz schnell. Nach 15 Minuten war der Termin beendet. Selbst über das Warum war dem Vorsitzenden des Wahlausschusses, dem Kärntner Martin Mutz, kurz darauf nur schwer etwas zu entlocken. Der Jurist zeigte sich ungewohnt schweigsam im Vergleich zu seinen meist sehr redseligen Funktionärskollegen.
Die offizielle Message lautet: Weil es noch Kandidaten (oder Kandidatinnen) gibt, die zunächst abklären müssen, ob sie das Ehrenamt bekleiden können oder dürfen, wurde auf 9. April vertagt. Es wurde in Bezug auf die noch offenen Kandidaten bewusst im Plural gesprochen, insgesamt sollen es fünf bis sieben Personen sein, die infrage kommen.
Mehr Information gab es nicht. Weder von Mutz, noch seinem Stellvertreter Sepp Geisler, dem Tiroler Verbandspräsidenten. Obwohl die beiden in jüngerer Vergangenheit bei Abstimmungen im Präsidium ungleich votierten, scheinen sie bei der Vorgehensweise im Wahlausschuss nun einen Draht zueinandergefunden zu haben. Fest steht: Übernächste Woche sollen in der zweiten Sitzung des Wahlausschusses alle Namen auf den Tisch kommen, nachdem die Präsidiumsmitglieder bis zum 15. März etwaige Kandidaten und Kandidatinnen bei Martin Mutz und Sepp Geisler vorschlagen konnten.
Die Verzögerung des Prozesses lässt jedenfalls die eine oder andere Schlussfolgerung zu. Haben die betreffenden Persönlichkeiten etwa eine klar bessere Vita, als die bisher bekannten KandidatInnen, sodass man ganz einfach auf sie warten muss? Darüber urteilen und selbstständig selektieren dürfen die beiden Vorsitzenden des Wahlausschusses nicht.
Einleuchtend wäre trotzdem, wenn die betreffenden Herrschaften eine entsprechend beeindruckende Vita vorzuweisen haben.
Denn wer jetzt noch kein grünes Licht für die Übernahme dieses Amtes hat, dürfte jedenfalls noch berufstätig sein und muss die Sache wohl von einem Aufsichtsrat eines größeren Konzerns absegnen lassen. Und solche Gremien treten eher nicht auf Wunsch einer einzelnen Person von heute auf morgen zusammen.
Wer bin ich?
Wer ist also Mister oder Misses X? Über Namen ließe sich aktuell nur spekulieren, die Wahrscheinlichkeit ist allerdings hoch, dass diese bisher noch nicht gefallen sind im Zuge der medialen Berichterstattung.
Weder die Unternehmer Brigitte Annerl und Roland Schmid, noch Johannes Wutzlhofer (Anwalt mit eigener Kanzlei) brauchen für eine Kandidatur ein „Go“ aus ihrem beruflichen Umfeld.
Christian Jauk, CEO der GRAWE Bankengruppe, schon eher. Hätte er allerdings nicht längst grünes Licht, könnte er auch schwer seit über zwölf Jahren Präsident von Bundesliga-Klub Sturm Graz sein.
Am 9. April jedenfalls soll man mehr wissen. Ob es dann eine Shortlist mit zwei oder drei finalen Namen und in Folge eine Art Stichwahl geben wird, oder gar schon einen designierten Präsidenten, ist völlig offen.
Source:: Kurier.at – Sport