Ein neuer Fanliebling und alte Bärte: Die Tops und Flops der Tournee

Sport
Timi Zajc wurde in Oberstdorf und in Garmisch qualifiziert und durfte danach nicht mehr mitspringen

Die 74. Vierschanzentournee ist Geschichte, die Menschen, die sich Adler nennen, haben wieder festen Boden unter den Füßen. Was bleibt in Erinnerung? Wer schwebte in anderen Sphären, wer flog auf die Nase?

Der KURIER spielt wie immer Punkterichter und vergibt die Haltungsnoten für die Tournee.

EPA / URS FLUEELER

Der Slowene Timi Zajc wurde in Oberstdorf und in Garmisch qualifiziert und durfte danach nicht mehr bei der Tournee mitspringen

0,5 Timi Zajc 

Wenn Dummheit auf Dreistigkeit trifft, dann kommt das heraus, was dem Slowenen widerfahren ist. In Oberstdorf wurde Timi Zajc nach dem Wettkampf disqualifiziert, weil sein Anzug um 3 Millimeter zu kurz war.

Das quittierte er mit einem süffisanten Posting auf Social Media, um in Garmisch schon vor dem Bewerb bei einer überraschenden Materialkontrolle aus dem Verkehr gezogen zu werden.

Diesmal war sein Anzug um 4 Millimeter zu kurz. Damit war diese Tournee für den Weltmeister von 2023 vorzeitig beendet. In Innsbruck und Bischofshofen durfte er nicht mehr mitspringen.

APA/AFP/KERSTIN JOENSSON

Andreas Wellinger (GER) kam in keinem Tourneespringen in die Punkteränge

2,5 Andreas Wellinger 

Am Beispiel des deutschen Olympiasiegers und Weltmeisters zeigt sich wieder einmal, wie schmal der Grat zwischen Höhenflug und Absturz ist. 

Noch im letzten Winter feierte Andreas Wellinger Weltcupsiege und holte WM-Silber, heuer ist der deutsche Star nur ein Schatten seiner selbst. 48, 32, 37, 35 – Wellinger schaffte es nie in den zweiten Durchgang.

5,5 Marius Lindvik 

Der Weltmeister und Olympiasieger steht sinnbildlich für die Flaute des norwegischen Skispringens seit dem Anzugskandal bei der Heim-WM in Trondheim.

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Nachdem Lindvik am Bergisel einen Absturz fabrizierte und schon in der Qualifikation scheiterte, reiste er vorzeitig von der Tournee ab. 

„Es ist so schlecht, dass es peinlich ist.“ Das Mutterland des Skispringens spielte bei dieser Tournee nur eine Nebenrolle und brachte keinen Springer in die Top Ten. 

Die Frage muss erlaubt sein: Fliegt es sich ohne manipulierte Anzüge nicht so gut?

EPA / ANNA SZILAGYI

Für den vierfachen Olympiasieger Simon Ammann (SUI) kam bei seiner 27. Tournee zur Halbzeit das Aus

8,0 Simon Ammann 

Was will der vierfache Olympiasieger eigentlich noch beweisen? Bei seiner 27.Tournee wurde der 44-Jährige zur Halbzeit wegen Erfolg- und Aussichtslosigkeit aus dem Schweizer Team gestrichen.

16,5 Stefan Kraft 

Gemessen an seinen Ansprüchen war wohl eher eine Tournee zum Vergessen für den erfolgsverwöhnten Routinier, dem beim Finale in Bischofshofen mit Rang 6 zumindest ein halbwegs versöhnlicher Abschluss gelang.

Rätselhaft bleibt sein chronischer Negativlauf in Garmisch, wo der Salzburger den schon obligaten Bauchfleck (26.) hinlegte und seinen Negativlauf prolongierte. Bei 13 Neujahrsspringen landete Kraft erst einmal in den Top 5.

REUTERS/Kai Pfaffenbach

Ren Nikaido und seine japanischen Kollegen feierten ausgelassen den Sieg am Bergisel 

18,5 Ren Nikaido 

Der Japaner begeisterte bei seinem Premierensieg am Bergisel und sorgte für den spektakulärsten Jubel im Rahmen dieser Tournee. Alle Mitglieder der japanischen Mannschaft rutschten bäuchlings den Gegenhang der Bergiselschanze hinunter und sorgen für Begeisterungsstürme.

19,0 TV-Experten 

Skispringen zu kommentieren und zu analysieren ist eine echte Herausforderung. „Weil im ersten Moment sieht alles gleich aus“, gibt selbst Gregor Schlierenzauer zu.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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